Werbung

Kontrolle über Datenströme

Robert D. Meyer über die die Drosselung der Internetgeschwindigkeit bei der Telekom

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Deutsche Telekom will künftig die Internetgeschwindigkeit jener Kunden drosseln, die zu viel Datenaufkommen produzieren. Im günstigsten Tarif liegt die Obergrenze bei 75 Gigabyte. Glaubt man den Verlautbarungen des Rosa Riesen, dann schöpft der durchschnittliche Kunde das Kontingent noch nicht einmal zur Hälfte aus. Warum dann also jetzt dieser Schritt, obwohl kein akuter Bedarf zu bestehen scheint?

Die Antwort darauf findet sich im Kleingedruckten. Bei der Telekom will man sich für den wachsenden Markt der digitalen Unterhaltungsangebote rüsten. Dort mischt der Bonner Konzern mit eigenen Angeboten aus den Bereichen Video, Musik, Sprachtelefonie und virtuellen Festplatten selbst kräftig mit.

Unliebsame Konkurrenz kann sich die Telekom vom Hals halten, da sie sowohl die Infrastruktur in Form des Internetzugangs als auch unzählige eigene Webinhalte zur Verfügung stellt. Will ein Konkurrent dennoch uneingeschränkt auch bei Telekom-Kunden verfügbar sein, wird er künftig zu einer Kooperation mit dem Konzern gezwungen. Das verzerrt nicht nur den Markt, sondern gefährdet gleichzeitig die Freiheit des Internets, wie wir es bisher kennen.

Solch eine Macht über die Datenströme kann schnell zu einem möglichen Missbrauch durch den Kontrolleur führen, wenn dieser darüber entscheidet, was wir nutzen können. Die Netzneutralität ist in Gefahr.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!