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Die Inkontinenz der Alltagsrassisten

  • Von Roberto De Lapuente
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Deutsche Zeitungen ergreifen Partei für türkische Beobachter im NSU-Prozess. Der Stern hält eine Podiumsdiskussion über Neonazis ab. Doch die Hoffnung auf ein Ende des Alltagsrassismus vergeht, sobald man aus der Wohnung tritt.

Geht endlich ein Ruck durch Deutschland? Die Bildzeitung gibt sich als Anwalt der NSU-Opfer, nachdem sie bis vor kurzem noch das rudimentäre Verständnis von Genetik und die rassistischen Schlussfolgerungen des Thilo S. verkündigt hatte. Die Presse hält das Verhalten des Münchner Oberlandesgerichtes für unwürdig und kritisiert es nachdrücklich. Diskussionsrunden gegen Rassismus und Xenophobie werden abgehalten. Es wirkt, als ginge es endlich der gefährlichen Unart ans Leder.

Doch die Hoffnung vergeht, sobald man aus der Wohnung tritt. Die Stimme eines Nachbarn schallt durchs Treppenhaus. Er mokiert sich über die ausländischen Namen an den Briefkästen des Nachbarhauses. In dem lebten nämlich viele Polen. Außerdem sei das Haus eine Bruchbude. In Wahrheit war das Haus schon eine Bruchbude, bevor diese Leute dort wohnten. Ein anderer Nachbar erzählt, dass Alkoholismus und Lärm typisch seien für Slawen. „Dieses Volk“ nennt er sie ve...


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