Dem Schlachthof entkommen

Jan Gerdes und Karin Mück kümmern sich auf dem Hof Butenland um abgegebene und befreite Nutztiere

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Hof Butenland an der niedersächsischen Nordsee ist für Rinder ein Paradies. Zumeist von Tierschützern aus der Massentierhaltung oder Versuchslaboren freigekauft, dürfen die 35 Tiere in der Herde leben. »Wir wollen zeigen, dass Tiere lieber so leben wollen, als dicht gedrängt im Stall, sagt Karin Mück.

Pick, pick, pick. Favchen schnappt sich den gekochten Reis. Ein Korn nach dem anderen. Ab und zu schaut das Huhn auf und hält inne, bevor sein Kopf wieder in die Keramikschale schnellt. Die Henne mit der gestutzten Schnabelspitze darf in der Küche sein, auch wenn beim Picken der Reis umherfliegt. Manchmal ist Favchen auch anhänglich, dann nimmt Karin Mück sie auf den Arm, als wäre sie eine Katze. Das ist ein ungewöhnlicher Anblick. Schließlich wird das Vieh auf einem Bauernhof normalerweise im Stall oder auf der Weide gehalten.

Die Tiere auf dem Hof Butenland haben alle Namen. Karin Mück macht zwischen Haustieren und Nutztieren keinen Unterschied. Die Mittfünfzigerin will nicht einsehen, warum Haustiere gestreichelt und umsorgt werden, während Nutztiere wie Maschinen zu funktionieren haben, die aufgepäppelt und gemästet werden, um Eier zu legen oder um Milch zu geben. Und doch landen viele von ihnen in der Fleischfabrik.

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