Oh Boy! 100 Euro Tageslohn!

Deutscher Filmpreis

Kleiner Film ganz groß: Jan Ole Gersters mit Minimalbudget gedrehtes Kinodebüt »Oh Boy« heimst auf Anhieb den Deutschen Filmpreis ein. Tom Tykwers als Favorit gestartetes 100-Millionen-Dollar-Drama »Cloud Atlas« hat das Nachsehen.

Die melancholische Schwarzweißkomödie »Oh Boy« von Jan Ole Gerster hat die »Goldene Lola« für den besten deutschen Film gewonnen. Neben dem Hauptpreis gingen fünf weitere Trophäen an den kleinen, jazzigen Berlin-Film über einen in den Tag hinein lebenden Studienabbrecher.

Das Drama »Cloud Atlas« von Tom Tykwer und den Hollywoodregisseuren Lana und Andy Wachowski holte fünf »Lolas«. Allerdings wurde der mit 100 Millionen Dollar teuerste deutsche Film aller Zeiten ausschließlich in Nebenkategorien wie Schnitt, Kostümbild und Maskenbild ausgezeichnet.

Die Preise in den wichtigen Kategorien von Regie und Drehbuch bis zu den Darstellerpreisen gingen alle an die Low-Budget-Produktion »Oh Boy«. Der 71-jährige Michael Gwisdek wurde als desillusionierter Berliner Nachtschwärmer in »Oh Boy« zum besten Nebendarsteller gekürt.

Rund 230 000 Kinogänger haben den für 300 000 Euro gedrehten Gewinnerfilm, der auch Woody Allens Filmklassiker »Manhattan« (1979) zitiert, bislang gesehen. Die Darsteller erhielten jeweils nur 100 Euro pro Drehtag.

Die Schauspielerin Christine Schorn nahm den Preis für die Leistung als beste Nebendarstellerin in »Das Leben ist nichts für Feiglinge« entgegen. dpa/nd

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