Antifaschisten bleiben ohne Würdigung

Stadtparlament von Teupitz verzichtet auf verdiente Ehrung von drei mutigen Sozialdemokraten

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Mit der Geschichte von Teupitz (Dahme-Spreewald) beschäftigt sich Lothar Tyb'l schon sehr lange. Besonders gefesselt hat ihn der Sozialdemokrat Paul Koch. Dieser hatte sich 1933 gemeinsam mit seinen Genossen Arthur Beyer und Otto Hofmann demonstrativ hingesetzt und geschwiegen, als die Nazis zum Zeichen ihres Sieges das Horst-Wessel-Lied anstimmten. Sie wurden deswegen aus dem Stadtparlament hinausgeworfen.

Tyb'l regte in den vergangenen zehn Jahren mehrfach an, die drei mutigen Antifaschisten zu ehren. Am Montagabend vergaben die Stadtverordneten von Teupitz eine Chance. Bernd-Axel Lindenlaub (SPD) zog den Antrag auf öffentliche Würdigung zurück, nachdem die CDU ihre Ablehnung signalisiert hatte. Begründet wurde dies der »Märkischen Allgemeinen« zufolge nicht nur mit einem Brief der Tochter und der Enkeltochter Paul Kochs, in dem es hieß: »Er hätte nie gewollt, in aller Öffentlichkeit geehrt zu werden.« Behauptet wurde im Par...


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