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Linsler fordert mehr Respekt für Lafontaine

Landeschef der Saar-Linken reagiert auf Äußerungen von SPD, Grünen und CDU: Stehen geschlossen hinter ihm / Nur noch zehn Prozent in Landesumfrage

Berlin (nd). Der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, hat den Eindruck zurückgewiesen, der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Oskar Lafontaine, sei durch die Ergebnisse der Listenaufstellung der Partei geschwächt und mehr Respekt für den früheren Finanzminister eingefordert. „Die politische Konkurrenz freut sich wieder einmal viel zu früh“, sagte Linsler. Die Saar-Linke stehe „nach wie vor geschlossen hinter Oskar Lafontaine. Und wir sind froh und dankbar, dass er sich auch weiter mit aller Kraft für unsere Partei engagieren und sich auch bundesweit weiterhin einbringen und nötige Debatten anstoßen wird.“

Am vergangenen Sonntag war die von Lafontaine favorisierte Bewerberin für den Spitzenplatz auf der Landesliste, Claudia Kohde-Kilsch, bei der Aufstellungsversammlung durchgefallen. Zudem war eine Rede Lafontaines mit Buh-Rufen und Pfiffen von der Basis begleitet worden. „Die Linkspartei im Saarland hat dem Übervater Lafontaine mit großer Mehrheit das Vertrauen entzogen“, kommentierte dies der Grünen-Landeschef Hubert Ulrich danach in der „Saarbrücker Zeitung“. Auch SPD-Fraktionschef Stefan Pauluhn sprach von einer „kräftigen persönlichen Niederlage“ für den früheren Linken-Vorsitzenden. Ähnlich äußerte sich der saarländische CDU-Generalsekretär Roland Theis.

Linsler reagierte barsch auf die Kritik. Lafontaine spiele „einfach in einer ganz anderen politischen Liga, als diejenigen, die sich jetzt eifrig zu Wort melden“. Er verwies auf das Sprichwort, nach dem es „die deutsche Eiche“ nicht störe, wenn sich irgendwer an ihr reibe. Gegenüber dem Politiker sei „etwas mehr Respekt manchmal durchaus angebracht“, so Linsler. Lafontaine werde gemeinsam mit der Linken im Saarland „für ein erfolgreiches Abschneiden bei der Bundestagswahl kämpfen“. Der Fraktionschef im Landtag sei Garant dafür, dass sich die Landespartei „auch weiter entwickeln und dabei eine starke Kraft im Land“ bleiben könne. „Im Gegensatz zu manchem, der sich jetzt höhnisch äußert, weiß Oskar Lafontaine auch, wie man Wahlen gewinnt“.

In einer Umfrage des Instituts Infratest war die Linke im Saarland im Mai nur noch auf zehn Prozent der Stimmen gekommen. Die Demoskopen rechneten die Partei neben den Piraten zu den „großen Verlieren“ auf Landesebene, im Sender „Saarländischer Rundfunk“ hieß es, dass „die Strahlkraft ihres Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine allmählich verblasst“. Im März 2012 hatte die Linke bei der Landtagswahl noch über 16 Prozent erhalten, bei den Landtagswahlen 2009 waren sogar über 21 Prozent.

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