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Megageschäft Fälscherware

UN-Bericht beziffert den Umsatz in Ostasien auf 90 Milliarden Dollar

  • Von Michael Lenz, Bangkok
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Herstellung und der Handel von illegalen Produkten ist nicht nur profitträchtig, sondern schädigt auch die Umwelt und die Gesundheit.

Die in internationalen Abkommen geächtete Herstellung und der Verkauf von Raubkopien stört in Thailand eigentlich niemanden. Aktuelle Filme, die großen Hits der Musikszene und neueste Software werden auf den Nachtmärkten der Hauptstadt Bangkok ebenso offen angeboten wie falsche Gucci-Handtaschen und nachgemachte Rolex-Uhren.

Auf 90 Milliarden Dollar pro Jahr schätzt das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in einer aktuellen Studie den Wert des Handels mit illegalen Produkten in Ostasien und der Pazifikregion. »Diese transnationalen kriminellen Aktivitäten sind zu einem globalen Problem geworden«, erklärte Jeremy Douglas, UNODC-Repräsentant für Südostasien.

Organisierte Banden handeln mit allem, was fette Profite verspricht: Drogen und Menschen, gefälschten Waren und illegal geschlagenen Bäumen, seltenen Tieren, falschen Medikamenten und geschmuggeltem Elektroschrott. Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen, die Umwelt oder so etwas Abstraktes wie das Gemeinwohl wird keine genommen.

Die Summen, um die es geht, sind gewaltig: Allein der Umsatz beim Geschäft mit gefälschter Markenware wird auf 24,4 Milliarden Dollar geschätzt. Bei illegal geschlagenem Holz sind es 17 Milliarden, bei Heroin 16,3 Milliarden, bei gefälschten Medikamenten fünf Milliarden. Der Schwarzmarkt für Elektroschrott zur Umgehung des teureren legalen Recyclings ist 3,75 Milliarden wert. Während Myanmar und Afghanistan die Hauptakteure bei der Heroinproduktion sind, der Handel mit illegal geschlagenem Holz in Malaysia und Indonesien boomt sowie Kambodscha, Thailand und Myanmar den Spitzenplatz beim Menschenhandel einnehmen, nennt der UN-Report ein Land als Hersteller-, Transit- und Konsumland immer wieder: China.

Zu den besonders gefährlichen Aktivitäten gehören Herstellung und Handel gefälschter Medikamente. Je nach Region sind zwischen einem Drittel und 90 Prozent der Anti-Malaria-Mittel in Südostasien gefälscht. Viele Patienten werden bei der Einnahme kränker oder sterben. Durch die falschen Pillen entstehen Resistenzen gegen die echten Medikamente, was die Ausbreitung der Malaria fördert. »Viele der in diesem Report dargestellten kriminellen Aktivitäten können global schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben«, heißt es im UN-Report.

Den hohen logistischen Aufwand können die Banden nur mit Unterstützung korrupter Beamter, Polizisten und Politiker bewältigen. Angesichts enger Verflechtungen von organisierter Kriminalität und legaler Wirtschaft ist fast rührend, was UNODC als Gegenmaßnahme empfiehlt: »Wir müssen darüber sprechen und eine koordinierte Reaktion organisieren. Zur Bekämpfung eines Netzwerks werden Netzwerke benötigt.«

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