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Merkels Biografie-Gipfel

Mittendrin statt nur dabei: Ein Buch über die Kanzlerin sorgt für Schlagzeilen

Berlin (nd). Eigentlich sollte es für Angela Merkel am Dienstag um große Fragen gehen: um die älter werdende, schrumpfende Gesellschaft in Deutschland. Die Regierung machte Wahlkampf auf dem »Demografiegipfel« in Berlin.

Für ebenso großes Interesse freilich sorgte »Das erste Leben der Angela M.«. Während die Kanzlerin sich dem demografischen Wandel widmete, erschien ein Buch der Journalisten Günther Lachmann und Ralf Georg Reuth, die meinen, es sei die Biografie Merkels, die im Lichte ihrer Erkenntnisse als eine mit bisher verheimlichter Wandlung gelten müsse.

Merkels DDR-Leben habe bisher »im Vagen« gelegen, die Autoren könnten belegen, dass die heutige Kanzlerin »dem DDR-System näher war als bislang bekannt«. Und dann taucht da noch Merkels »Wende von der Reformkommunistin« zur CDU-Politikerin auf. Reformkommunistin? Rudolf Walther hat ein »aus öder Stasi-Prosa und Zeitzeugenvermutungen gezimmertes Merkel-Porträt« gelesen und fragt: Warum erscheint es im Wahlkampf, aus der Feder zweier Springer-Journalisten? Die Kanzlerin hat andere Fragen beantwortet - in Springers »Bild«. Welche Rolle sie bei Jugendpartys spielte? Sie sei »die Bardame« gewesen. »Wir haben dann immer Kirsch-Whisky oder Kirsch-Wodka, nee Wodka, Kirsch-Wodka gab es.«

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