Werbung

Zauberwort neue Technologie

KfW-Entwicklungshilfe zunehmend als Darlehen

  • Von Roland Bunzenthal
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der KfW-Geschäftsbereich Entwicklungsbank hat im vergangenen Jahr zusammen mit der Tochter DEG 6,2 Milliarden Euro für Projekte in aller Welt vergeben. Das seien etwa 500 000 Euro mehr als im Vorjahr, teilte die KfW-Bankengruppe am Mittwoch in Frankfurt am Main mit.

Es gibt offenbar ein neues Zauberwort in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, es lautet »innovative Technologien«. Als Beispiel nannte die staatseigene KfW-Bank die Mitfinanzierung eines 10 000 Kilometer langen Glasfaserkabels, das 27 Staaten Afrikas ein schnelleres Internet verschafft. An Microsoft und Yahoo soll die Dritte Welt genesen? »Durchaus nicht«, betonte der Chef der KfW-Entwicklungsbank, Norbert Kloppenburg, am Mittwoch. Es handle sich dabei nicht um einen neuen Problemlöser für gefährdete Umwelt, bedrohtes Klima oder steigende Armut. Dennoch beschäftigt sich der aktuelle Jahresbericht von vorn bis hinten mit diesem Thema.

Obwohl für Kloppenburg »business as usual« angesagt ist, stehe man doch an einem Wendepunkt. Zukünftig wolle die Bankengruppe differenzierter zwischen den verschiedenen Entwicklungsländern unterscheiden. So gäbe es zwar arme Staaten, die noch Energie durch einfache Holzöfen oder Biomasse-Kraftwerke sparen; beispielsweise würden im Senegal rund 1200 Bauern mit Energie versorgt, indem aus Erdnussschalen Strom erzeugt werde. Aber auch in den armen Ländern gehe der Trend zu neuen Technologien. Und immer mehr Staaten des Südens stünden an der Schwelle zum Industrieland, hätten Hunger nach den jeweils neuesten Technologien.

Und was ist mit dem anderen Hunger? Der Verdacht liegt nahe, dass andere Sektoren wie alternative Landwirtschaft oder Grundbildung vernachlässigt werden. Denn 57 Prozent der KfW-Mittel gehen allein in den Sektor Umwelt und Energie. Kloppenburg verneinte dies entschieden. Nach dem Auslaufen der Millenniumsziele in knapp zwei Jahren müsse man schon jetzt nach neuen Wegen suchen, ohne die alten darüber zu vergessen.

Die KfW setzte im vergangenen Jahr neben Geld aus dem Bundesetat wieder verstärkt eigene Mittel ein. Von den 4,9 Milliarden Euro Neuzusagen der Entwicklungsbank (2011: 4,5 Milliarden) waren im vergangenen Jahr 3,1 Milliarden Euro Eigenmittel. Man unterstütze damit die Bundesregierung in erheblichem Maß dabei, ihren internationalen Verpflichtungen zur Entwicklungsfinanzierung nachzukommen, erklärte die KfW. Die Folge: Nur dort, wo das Geld in rentable Projekte investiert wird, kann die Hilfe auf Pump funktionieren, denn den Eigenanteil vergibt die Bankengruppe auf Darlehensbasis.

Kloppenburg führt dies auf die wachsende Zahl an Schwellenländern zurück, die nur auf Darlehensbasis unterstützt würden. Die ärmeren Länder erhielten hingegen verstärkt weiter reine Zuschüsse. Unter dem Strich sei der Subventionsanteil bei Projekten in Afrika höher als in den Schwellenländern, die zwar mehr Geld erhielten, dieses aber zurückzahlen müssten und könnten.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen