Werbung

Geschichtsvergessen

Aert van Riel über den Wahlkampf der SPD

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Spitzenpolitiker von Parteien unterschiedlicher Couleur beziehen sich gerne auf Ludwig Erhard. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel folgte nun diesem Trend. In einem Interview mit dem »Handelsblatt« bezeichnete er den Kanzlerkandidaten seiner Partei, Peer Steinbrück, als Nachfolger des früheren CDU-Bundeskanzlers. Gabriel teilt offenbar die Einschätzung vieler Bundesbürger, die in Erhard das Symbol für den »Wohlstand für alle« in den 50er und 60er Jahren sehen. Der Sozialdemokrat blendet allerdings die unrühmliche Rolle aus, die Erhard während der NS-Zeit gespielt hat. Der Wirtschaftswissenschaftler leistete schon damals der deutschen Industrie treue Dienste. Er war Mitbegründer der Gesellschaft für Konsumforschung, die Daten für die nationalsozialistische Wirtschaftslenkung lieferte. In den letzten Kriegsjahren leitete Erhard das Institut für Industrieforschung, das von der Reichsgruppe Industrie finanziert wurde. Dort betrieb er die Nachkriegsplanung im amtlichen Auftrag der Naziregierung. Sein Ansprechpartner im Reichswirtschaftsministerium war der später zum Tode verurteilte SS-Kriegsverbrecher Otto Ohlendorf.

Dass sich Steinbrück nun beim SPD-Chef über den Vergleich mit Erhard beschweren wird, kann aber ausgeschlossen werden. Der Kanzlerkandidat zitiert immer wieder begeistert aus den Werken des mittlerweile verstorbenen CDU-Politikers. Gabriel und Steinbrück teilen hier eine gewisse Geschichtsvergessenheit.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!