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Anarchie des Karussells

Münchener Kammerspiele »Orpheus steigt herab«

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

»Die, die tagsüber in den Städten arbeiten, sind vollkommen verschieden von denen, die nachts in den Städten arbeiten.« Mit Tennessee Williams bricht die Nacht über die amerikanischen Kleinstädte herein. Er ist der Fatalist des amerikanischen Traums. Die Welt ist eng geworden, obwohl das Land immer noch groß ist. Dieser Dramatiker war für das Amerika des 20. Jahrhunderts das, was Gogol für das Russland des 19. Jahrhunderts war. Lauter tote Seelen! Der Aufschrei aber verhallt ungehört: »Früher war das Land wild. Es gab eine wilde Zärtlichkeit, heute ist es krank.« Es ist zugleich die Entdeckung einer sehr europäischen Geisteshaltung: die Früchte des Tages wachsen uns auf der Nachtseite des Lebens zu - auch bittere darunter. Mit Tennessee Williams gelangen Novalis´ »Hymnen an die Nacht« doch noch bis in den Süden Amerikas. Natürlich sind sie durch die weite Reise ziemlich ramponiert.

»Orpheus steigt herab« liefert den Text zur D...


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