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Ungewisse Zukunft für Kleingärtner

Müssen Laubenpieper für Wohnungsbau weichen? Verband fordert Entscheidung vom Senat

(dpa). Der Berliner Landesverband der Gartenfreunde hat von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine schnelle Entscheidung über die Zukunft von 19 Kleingartenanlagen gefordert. Deren Bestandsschutz laufe 2014 aus. »Doch noch immer ist nicht klar, ob die Flächen auch tatsächlich für den Wohnungsbau gebraucht werden«, sagte Vorstand Günter Landgraf der dpa. Verwaltungssprecherin Daniela Augenstein erklärte, derzeit liefen Gespräche mit Bezirken über mögliche Wohnungsbauflächen.

In der Diskussion seien »sieben bis acht« Kleingartenanlagen, die ohnehin keinen dauerhaften Schutz hätten, sagte Augenstein. Sie betonte: »Berlin braucht Wohnungsbau, auch auf landeseigenen Flächen, und die Berlinerinnen und Berliner wissen und wollen das.« Die Lauben seien ein wichtiger Teil des Stadtgrüns. Der weit überwiegende Teil sei auch dauerhaft gesichert. Dazu kämen weitere Kolonien mit Schutzfristen bis 2020. Wann es eine Entscheidung zu den 19 Anlagen gibt, ließ Augenstein aber offen.

Am stärksten betroffen sind die Bezirke Neukölln und Treptow-Köpenick mit je sieben Anlagen. In Charlottenburg-Wilmersdorf läuft der Schutz für drei Anlagen 2014 aus. In Pankow und Tempelhof-Schöneberg ist je eine Anlage betroffen. Die Gesamtfläche dieser Kolonien ist 23 Hektar groß. 2020 läuft der Schutz für Anlagen auf einer Fläche von 235 Hektar aus. Insgesamt sind neun Prozent der Berliner Kleingartenflächen nicht dauerhaft geschützt.

»Die Senatsverwaltung hält sich bedeckt«, bedauerte Landgraf. Auch ein Gespräch mit Senator Michael Müller (SPD) in der vergangenen Woche habe noch keine Klarheit gebracht. Die Unsicherheit in den 19 Anlagen könne unnötigen Leerstand von einzelnen Gärten verursachen, sagte Landgraf. Wenn Pächter etwa aus verschiedenen Gründen in diesem Jahr ihren Garten aufgeben müssen, könne er nur schwer weiterverpachtet werden, da unklar sei, wie es um die Zukunft der Anlagen stehe. Andererseits sei die Nachfrage nach Gärten groß. In besonders begehrten Lagen müsse man bis zu sechs Jahre warten.

Rund 73 600 Kleingärten gibt es derzeit in Berlin - in 926 Kolonien. Das sind rund 3000 Hektar Grünflächen, drei Viertel gehören dem Land. 80 Prozent davon sind nach Angaben des Landes auch dauerhaft geschützt. Festgeschrieben ist dies im Kleingartenentwicklungsplan, den der Senat 2004 beschlossen hat.

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