Ministerielle Blindflugstaffel

De Maizière und der Euro-Hawk-Skandal: Den letzten beißen die Selbstgerechten

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Man muss Thomas de Maizière nicht in sein Herz geschlossen haben, um festzustellen: Nicht jeder, der jetzt nach dem (einstweiligen) Euro-Hawk-Absturz Steine auf den Verteidigungsminister von der CDU wirft, ist frei von Schuld am Drohnen-Debakel.

Das Verteidigungsministerium hat zur Entwicklung und Beschaffung der Aufklärungsdrohne »Euro Hawk« das Geld mit vollen Händen rausgeworfen, obwohl man wissen konnte, dass der Roboter keine Genehmigung zum Abheben erhalten darf. Man wirft Minister Thomas de Maizière vor, er habe die Drohne noch am 8. Mai dieses Jahres - als das Kabinett seinen Bericht zur Neuausrichtung der Bundeswehr behandelte - zu den sogenannten strukturrelevanten Hauptwaffensystemen gerechnet.

Ja und? Das trifft für den Euro-Habicht - hergestellt vom US-Konzern Northrop-Grumman und EADS-Cassidian - ja auch zu. Er ist Teil eines militärpolitischen Konzepts, das der Bundeswehr gestattet, Einsätze in neuer Qualität zu führen. Das unbemannte Flugzeug ist eine global einsetzbare Plattform zur Erfassung aller elektromagnetischen Daten in einem zugewiesenen Aufklärungsraum. Keine noch so kleine Funknachricht, kein messbarer Radarstrahl entgeht ihr. Nur mit diesem...


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