Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lagarde in der Bredouille

Der IWF-Direktorin droht ein Ermittlungsverfahren der französischen Justiz

  • Von Christine Longin, Paris
  • Lesedauer: 2 Min.
Gerichtstermin für Frankreichs frühere Finanzministerin: Christine Lagarde musste am Donnerstag in Paris erscheinen, um in der Affäre um den Verkauf von Adidas auszusagen.

Christine Lagarde betritt das Gericht gelassen und mit der ihr eigenen Eleganz. Und dies, obwohl ihr im Gerichtshof der Republik in Paris das Ende ihrer internationalen Karriere drohen könnte. Die Richter prüfen, ob die grauhaarige und stets braun gebrannte Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Affäre um den Verkauf des deutschen Sportartikelherstellers Adidas Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder leistete. Ein Ermittlungsverfahren könnte der früheren französischen Finanzministerin drohen, die es 2011 als erste Frau an die Spitze des IWF schaffte. Die Umstände für den Wechsel in die Chefetage der Washingtoner Finanzinstitution waren allerdings mehr als pikant: Lagardes Vorgänger, der französische Politiker Dominique Strauss-Kahn, musste das Amt wegen einer Sex-Affäre abgeben.

Der damalige Präsident Nicolas Sarkozy versuchte, mit seiner kompetenten Finanzministerin Lagarde den Schaden wieder gutzumachen. Doch die alte Adidas-Affäre begleitete Lagarde in die IWF-Zentrale nach Washington. Ausgangspunkt ist eine Entscheidung, die die frühere Juristin 2007 zugunsten des damaligen Mehrheitsaktionärs von Adidas, Bernard Tapie, fällte. Lagarde hatte verfügt, den jahrelangen Rechtsstreit um den Verkauf des Sportartikelherstellers 1993 an die damalige Staatsbank Crédit Lyonnais durch einen Schiedsspruch zu beenden. Dadurch waren Tapie aus der Staatskasse 285 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen worden, mit Zinsen sogar gut 400 Millionen Euro. Kritiker werfen Lagarde vor, das private Schiedsgericht in einem Fall eingeschaltet zu haben, in dem schließlich öffentliche Gelder an den Geschäftsmann und früheren Politiker Tapie flossen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln