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Wagenknecht-Vortrag soll trotzdem stattfinden

Linke Hochschulgruppe und Universität Frankfurt im Clinch wegen Auftrittsverbot für Fraktionsvize

Berlin (nd). In Frankfurt sorgt ein für Dienstagabend geplanter Auftritt von Sahra Wagenknecht für politischen Streit. Eine Veranstaltung der Hochschulgruppe Linke.SDS mit der Linkenpolitikerin zum Thema »Freiheit, Kapitalismus, Krise« an der Frankfurter Uni sei vor wenigen Tagen kurzfristig durch die Leitung der Universität durch den Entzug einer Raumzusage blockiert worden, heißt es beim SDS. Der Verband kritisierte die Entscheidung als »unverschämt skandalös«.

Die Universität wies die Vorwürfe hingegen zurück. Die »Frankfurter Rundschau« zitierte einen Sprecher mit dem Hinweis, Hochschulgruppen dürften nur bildungspolitische Veranstaltungen anmelden. Außerdem erlaubten die Regularien der Universität in den vier Monaten vor der Bundestagswahl keine parteipolitischen Veranstaltungen mehr. Zudem hätte der SDS den Vortrag Wagenknechts gar nicht ordnungsgemäß genehmigen lassen.

SDS-Sprecher Noah Zeise bezeichnete das Vorgehen der Uni-Leitung dagegen als »blanken Hohn«. Vor nicht einmal vier Wochen habe am gleichen Campus eine Veranstaltung mit SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück stattfinden können – auf Einladung der Juso Hochschulgruppe. »Offensichtlich misst die Universität Frankfurt mit zweierlei Maß«, erklärte SDS-Mitglied Danielle Lichère.

Auch das Argument, es handele sich um keine bildungspolitische Veranstaltung lässt man beim SDS nicht gelten. Das Thema von Wagenknechts Referat sei »für heutige Studierende in Zeiten der Eurokrise von hochgradiger Relevanz«. So würden etwa die Bildungs- und Zukunftschancen heutiger Studierender »durch die anhaltende Eurokrise« gefährdet. Dies zeige sich etwa in südeuropäischen Ländern, wo wie in Spanien gegenwärtig 56 Prozent der gut ausgebildeten Jugendlichen unter anderem mit akademischen Abschluss keinen Job finden könnten.

Der Frankfurter SDS will die Veranstaltung mit Wagenknecht dennoch am Dienstag stattfinden lassen. »Wir lassen uns nicht im letzten Moment verbieten«, so die Hochschulgruppe. Derweil hat die Linkspartei in Frankfurt dazu aufgerufen, zahlreich zu dem Vortrag zu erscheinen. »Die Studierenden wollen sich nicht einschüchtern lassen« und bräuchten Unterstützung, so die Partei.

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