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Für eine Handvoll Dollar an die vorderste Front

Friedensinitiative für Syrien aus Wien: Petition gegen Rekrutierung von Kindersoldaten

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: 2 Min.
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Jugendliche Kriegsteilnehmer unter 18 Jahren, genannt Kindersoldaten, gibt es auch in Syrien. Darauf machten dieser Tage in Wien Vertreter christlicher Kirchen aufmerksam.

Die Botschafter von Tunesien, der Türkei und Ägyptens in Österreich bekommen dieser Tage unerwartete Post. Die Initiative »Hände weg von Syrien« hat Hunderte Unterschriften unter einer Petition gesammelt, die sich gegen die Rekrutierung von Minderjährigen und Kindern für die syrische Front ausspricht. Der in Wien tätige Seelsorger der griechisch-katholischen Kirche Syriens, Hanna Ghoneim, erläuterte auf einer Pressekonferenz den Sinn dieser Friedensinitiative.

Auf fast 60 000 schätzt die Regierung in Damaskus die Zahl ausländischer Kämpfer in Syrien. Die meisten davon kommen aus Libyen, Tunesien und Ägypten. In Kairo und Tunis, so der Kirchenmann Ghoneim, existieren eigene Büros, von denen aus Anwerber vor allem in die Armenviertel der Stadt ausschwärmen, um junge Rekruten für den Einsatz gegen Assad zu gewinnen.

Die »Petition gegen Kindersoldaten« richtet sich insbesondere gegen die Praxis saudi-arabischer und katarischer Stellen, Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 anzuwerben. Für eine einmalige Auszahlung von 2000 Dollar und das Versprechen an die Familie, im Falle eines sogenannten Märtyrertodes ihres Sohnes finanziell zu helfen, ziehen Minderjährige in den Krieg. Die meisten von ihnen erhalten, wenn überhaupt, eine kurze, zweiwöchige Ausbildung und werden dann mit teilweise schwerem Gerät an die Frontlinien geschickt. Viele von ihnen finden dabei den raschen Tod, für den dann in Presseerklärungen radikaler Oppositionsgruppen »das syrische Regime« verantwortlich gemacht wird. Die Türkei dient bei dieser Verschickung tunesischer und ägyptischer Jugendlicher in die Kriegsgebiete Syriens, so Pater Hanna, als Transitland.

Für den griechisch-katholischen Priester, der im Rahmen der Erzdiözese Wien die römischen Christengemeinden des Nahen Ostens betreut, entspringt die Rekrutierung ausländischer Jugendlicher einem zynischen Machtkalkül. Er ist davon überzeugt, dass in Syrien »kein Bürgerkrieg, sondern ein Stellvertreterkrieg« geführt wird. Dessen Protagonisten nennt er zwar nicht namentlich, sie sind jedoch unschwer als Russland und die USA identifizierbar. Was die von den beiden Mächten angekündigte Friedensinitiative betrifft, so äußert sich Ghoneim skeptisch: »Das Problem liegt bei der Opposition, die braucht eine gemeinsame Stimme.« Eine solche ist freilich nicht in Sicht, zumal mittlerweile hinter den Kulissen ein Streit zwischen Katar und Saudi-Arabien mögliche Fortschritte in Richtung Frieden lähmt.

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