Nazis machten auch im Saar-Landtag Karriere

Saar-Linke legt Studie über NSDAP-Vergangenheit von Abgeordneten vor / Lafontaine: Keine Kampfschrift gegen Konkurrenz

  • Von Oliver Hilt, Saarbrücken
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Noch bis in die 70er Jahre hinein war jeder etwa vierte Abgeordnete im sarländischen Landtag ein ehemaliges NSDAP-Mitglied. Wie in den Landtagen von Niedersachsen und Hessen ergaben Recherchen der Linkspartei auch hier tiefe Naziverstrickungen.

Knapp sieben Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Nazi-Diktatur liegt jetzt erstmals eine Studie zur NS-Vergangenheit von saarländischen Landtagsabgeordneten vor. Im Auftrag der Linksfraktion untersuchte der Politikwissenschaftler und Historiker Hans-Peter Klausch »Braune Spuren im Saar-Landtag«. Ähnliche Studien legte der Autor bereits zu den Parlamenten in Hessen und Niedersachsen vor. Bei 43 von insgesamt 185 saarländischen Abgeordneten war demnach eine NSDAP-Mitgliedschaft nachzuweisen. Damit liegt der Anteil mit etwas über 23 Prozent so hoch wie beispielsweise im hessischen Landtag. Allerdings weist der Autor darauf hin, dass nur etwa 80 Prozent der NSDAP-Mitgliedskarteien erhalten sind, eine entsprechende Dunkelziffer bleibt also.

Auffallend im Saarland mit seinem Sonderstatus in der unmittelbaren Nachkriegszeit ist der Zustrom ehemaliger NSDAP-Mitglieder im Zuge der Wiedereingliederung des Landes in die Bundesrepublik....


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