Werbung

Inszenierter NS-Skandal

»Bild«-Vorwurf gegen Blockupy

»Blockupy wirbt mit NS-Ausdruck«, hieß es in großen Lettern Anfang der Woche in der Frankfurter Regionalausgabe der »Bild«-Zeitung. Was war geschehen? Das Bündnis hatte im Stadtgebiet der Main-Metropole mit Plakaten für die bevorstehenden Aktionstage geworben, auf denen auf in Englisch über den Flughafen Frankfurt (Main) zu lesen war: »Deportation Airport«. Für »Bild« ein Beleg dafür, dass sich »das linke Kapitalismus-Kritikbündnis rechter ›Endlösungs‹-Parolen« bediene. Blockupy vergleiche »das rechtsstaatliche Abschieben der Illegalen mit der Deportation von Millionen Juden durch die Nationalsozialisten in Konzentrationslager während des Holocaust«.

Entsetzt hat nach Angaben des Springer-Blattes auch Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) reagiert, der mit den Worten zitiert wird, man könne »sich dafür nur schämen, dass der Begriff ›Deportation‹ so geschichtsvergessen verwendet wird. Dass sich die Linken der Ausdrucksweise des NS-Regimes bedienen, ist ein Skandal.«

Das medienkritische Weblog »bildblog.de« hat daraufhin bei Rentsch angefragt, ob ihm bewusst sei, dass »Deportation« im Englischen »Abschiebung« bedeute und auch der Duden den Begriff als Synonym für »Abschiebung« anbiete. Das sei bekannt, wurde »bildblog« beschieden, der Minister bleibe aber bei seiner Kritik, das Plakat solle »offensichtlich Assoziationen« zur NS-Geschichte wecken. jam

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung