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Beetpflege neben dem Buddelkasten

GARTEN: Für Ida und Theo gehören spielen und arbeiten in ihrem kleinen grünen Reich zusammen

  • Von Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin
  • Lesedauer: 2 Min.

Während der April uns mit seinen mickrigen zehn Litern Wasser auf den Quadratmeter Regen herbeisehnen ließ, sorgte der Mai für reichlich Ausgleich: stattliche 120 Liter zählte mein Regenmesser. Wer ob dieser Ungemütlichkeit im Wonnemonat klagt und stöhnt, kann durchaus der stoischen Bemerkung begegnen: Das liegt eben am Wetter ... Wer wollte das wohl bestreiten?

Dass Wetter und Wachsen zusammengehören, lernen Kinder auf spielerische Weise, wenn sie das Glück haben, ihr eigenes Beet bestellen zu können. Ida und Theo aus unserem Ort beispielsweise wissen, dass sie den Möhren und Radieschen helfen müssen, indem sie Unkraut zupfen und als Mulch in die Reihen legen. Sie haben sich ihr kleines Gemüse-Blumen-Beet direkt neben dem Buddelkasten angelegt. Für sie gehören spielen und arbeiten (natürlich am liebsten ernten!) im Garten zusammen. Daran könnten wir Großen uns ein Beispiel nehmen, wenn wir manchmal auf Unkraut, Schnecken und andere Plagen schimpfen und schlechte Laune kriegen.

Ernten ist auch für uns ein Vergnügen, mit dem wir uns öfter beschäftigen als uns bewusst ist. So ist jäten ja auch ernten. Denn wir können dieses Erntegut als Kompost zur Verbesserung des Bodens nutzen, damit Gemüse und Zierpflanzen gut gedeihen. So schaffen die Mineralien, Vitamine, Schleimstoffe der starken Wildkräuter den Bodenlebewesen gute Arbeitsbedingungen. Und in einem lebendigen Boden stehen natürlich auch unsere Kulturpflanzen gern.

Wer nicht warten will, bis der Kompost reif ist, kann frisch gejätetes Pflanzenmaterial verjauchen und hat so schon in ein paar Wochen nährstoffreichen und pflanzenstärkenden Dünger zur Verfügung. Ein Klassiker ist Jauche aus Brennnesseln. Sie wird (wie die meisten anderen Jauchen auch) 1:10 angesetzt, am besten in einer Plastetonne. Je nach Temperatur ist sie in zwei, drei Wochen, wenn keine Blasen mehr aufsteigen, fertig. Sie kann den Pflanzen 1:10 verdünnt wöchentlich zu Füßen gegeben - oder 1:50 verdünnt als effektiver Blattdünger bei bedecktem Himmel versprüht werden.

Auch alle anderen Kräuter, die unerwünscht auf den Beeten wachsen oder wuchern, können auf diese Weise für das Gedeihen der Obst- und Gemüsekulturen und Zierpflanzen genutzt werden. Am einfachsten ist es, eine Mischung aus ihnen aufzusetzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, filtert die Jauche, um keine Samen zu verbreiten.

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