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Auto, Cowboy, Weltfrieden

Wovon Kinder träumen

  • Von Marlene Göring
  • Lesedauer: 2 Min.

»Wirklich alles, was man sich vorstellen kann?!« fragt die siebenjährige Jayna. Große Augen machen sie und andere Kinder, wenn sie so vom Fleck weg nach ihrem Herzenswunsch gefragt werden. Da wird erst mal gestottert und klein angefangen, mit einem Luftballon oder Videospiel zum Beispiel. Wenn sie dann aber losträumen, kommt so einiges zusammen.

Auto, Cowboy, Weltfrieden: Manches ist abstrakt, anderes konkret, eines ist real, das andere scheinbar nur in der Fantasie möglich. Grenzenlos wünschen die Kleinsten unter uns, grenzenlos denken sie auch. Zwar ist in den meisten Umfragen wohl ein eigenes Haustier der Dauerbrenner, Waffenlosigkeit und Weltrettung sind es aber ebenso.

Dazu gibt es auch allen Anlass. Die Zukunft der nächsten Generation ist massiv gefährdet, alarmierte zuletzt vor einigen Wochen eine Studie der Bertelsmann Stiftung zu den 29 OECD-Staaten. Kinderarmut, Verschuldung und Umweltzerstörung nähmen rasant zu.

Rein rechnerisch hat heute jeder Mensch in Deutschland schon bei der Geburt 192 000 Euro Schulden, durch den Betrag, den die Bundesrepublik bei anderen Ländern in der Kreide steht. Der ökologische Fußabdruck jedes einzelnen ist 4,6 Hektar groß: So viel Ressourcen verbraucht ein Deutscher im Jahr. »Generationengerecht« wären 1,8 Hektar - Hilfswerte, die den Naturkonsum auf Fläche umrechnen, die aber die Dimensionen deutlich machen.

Solche Meldungen gehen auch an Kindern nicht vorbei. Vor allem, wenn sich die Erfahrungen junger Menschen und die transportierte Botschaft decken. Laut dem LBS-Kinderbarometer 2012 fürchten sich deutsche Kinder am meisten davor, später arbeits- oder obdachlos zu sein - weit vor allen Monstern oder Kriegen.

Mehr als zwei Drittel haben heute Angst, irgendwann nicht mehr auf dieser Welt leben zu können, bezeugt eine andere Befragung unter Schülern. Vor sechs Jahren war das nicht mal die Hälfte. Selbst Politikverdrossenheit nimmt schon bei 7- bis 14-Jährigen im selben Umfang zu.

Dass die Untergangsszenarien nicht eintreten, dafür tragen die Verantwortung, die heute erwachsen sind. Der Traum von einer besseren Welt schlummert schließlich in allen Menschen. Warum soll es nicht möglich sein, die Wünsche von Conner, Elise und Atima zu erfüllen - egal ob Katze oder Weltfrieden.

Fotos: Marlene Göring

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