Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Kaiserschnitt statt Abtreibung: Salvadorianische Frau gerettet

Verfassungsgericht hatte Abtreibung trotz schwerer Krankheit der Patientin untersagt

San Salvador (dpa/nd). Nach wochenlangem Ringen um eine Ausnahmegenehmigung für eine Abtreibung haben salvadorianische Ärzte bei einer schwer kranken Frau einen Kaiserschnitt vorgenommen und so wahrscheinlich das Leben der Patientin gerettet. Das Kind sei wenige Stunden nach der Operation gestorben, berichtete die Zeitung "La Prensa Grafica" unter Berufung auf Gesundheitsministerin María Isabel Rodríguez.

Die junge Frau, die in den Medien nur "Beatriz" genannt wird, leidet an einer schweren Nierenfehlfunktion und der Autoimmunkrankheit Lupus. Nach Ansicht ihrer Ärzte hätte sie sterben können, wäre die Schwangerschaft nicht abgebrochen worden.

Das Verfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche eine Ausnahmegenehmigung für eine Abtreibung abgelehnt. Schwangerschaftsabbrüche sind in dem christlich geprägten mittelamerikanischen Land grundsätzlich verboten. Sie werden mit Freiheitsstrafen geahndet.

"Beatriz" sei in der 24 Schwangerschaftswoche gewesen, berichtete das Nachrichtenportal "Elsalvador.com". Das Kind habe 500 Gramm gewogen. Die Ärzte der Frau hatten bereits zuvor erklärt, dem Fötus fehlten große Teile des Gehirns, und er sei nicht lebensfähig. "Beatriz hat den Eingriff nach Angaben der Ärzten gut überstanden", sagte die Feministin Morena Herrera, die sich zuvor für die Genehmigung einer Abtreibung eingesetzt hatte. Sie habe allerdings viel Blut verloren.

Der Kaiserschnitt stellte nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Rodríguez keinen Verstoß gegen das Urteil des Verfassungsgerichts dar. Die Richter hatten erklärt, im Falle einer akuten Gefahr für das Leben der Patientin müssten die Ärzte das medizinisch Notwendige tun. "Wir haben im Einklang mit dem Urteil gehandelt", zitierte "La Prensa Grafica" die Ministerin.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln