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Ungleiche Chancen auf Weiterbildung

Studie: Leiharbeiter und Mini-Jobber benachteiligt

Gütersloh (epd/nd). Leiharbeiter, geringfügig oder Teilzeit-Beschäftigte haben einer Studie zufolge weniger Chancen auf berufliche Weiterbildung als fest angestellte Vollzeitbeschäftigte. Während sich von den Arbeitnehmern in gesicherten Beschäftigungsverhältnissen fast zwei Drittel (64 Prozent) in den vergangenen drei Jahren weiterqualifizierten, sind es bei den atypisch Beschäftigten nur knapp 48 Prozent gewesen. Das ist das Ergebnis einer gestern veröffentlichten Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Gütersloher Bertelsmann Stiftung.

Bei den bundesweit 775 000 Leiharbeitern sei die Weiterbildungsquote in den vergangenen sechs Jahren von 43 auf 27 Prozent abgestürzt, hieß es. Noch weniger Chancen auf berufliche Qualifizierung hätten die 2,7 Millionen Mini-Jobber mit einer Quote von 23 Prozent. Wer weniger als 700 Euro netto mit seiner Arbeit verdient, bilde sich seltener weiter als Arbeitslose, denen die Bundesagentur für Arbeit Angebote macht. »Je geringer die Chance auf Weiterbildung, desto höher die Unzufriedenheit«, sagte Lutz Bellmann, Forschungsbereichsleiter am IAB. Rund 40 Prozent der Leiharbeiter und Mini-Jobber zeigten sich enttäuscht von ihren Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Von den Arbeitnehmern in normalen Beschäftigungsverhältnissen sagten dies nur 24 Prozent.

Durch die Benachteiligung würden atypisch Beschäftigte die Chancen auf beruflichen Aufstieg vorenthalten, kritisierte Weiterbildungsexperte Frank Frick von der Bertelsmann Stiftung. So sinke die Wahrscheinlichkeit, dass eine Leiharbeit oder ein Mini-Job als Sprungbrett für den ersten Arbeitsmarkt dienen kann.

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