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Feindbild Dönerbude

NSU-Prozess: Warum sich der Beschaffer der Mordwaffe in der Jenaer Neonazi-Szene »gut fühlte«

  • Von René Heilig, München
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor dem Oberlandesgericht München hat der Angeklagte Carsten Schultze am Mittwoch seine Aussage fortgesetzt. Der Helfer der NSU-Terrorbande wird der Beihilfe zu neunfachem Mord beschuldigt. Bislang hat er allenfalls den Mitangeklagten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben belastet. Der sei für ihn »ein Freund« gewesen.

So lange Fotografen im Verhandlungssaal sein durften, schützte ihn eine Kapuze. So kennt ihn folglich die Öffentlichkeit. Bei seiner Vernehmung ist Carsten Schultze, geboren 1980, deckungslos und somit nur ein schmächtiger junger Mann. Blass, brav sitzt er hinter der Hauptangeklagten Beate Zschäpe.

Stimmt das Bild, das er vermittelt? Er ist der NSU-Helfer, der den konspirativen Telefonkontakt gehalten hat zu dem untergetauchten Neonazi-Trio. Er brach auf dessen Order mit Hilfe des Kameraden Jürgen Helbig in Zschäpes Wohnung ein, vernichtete Papiere und Akten. Er versuchte mit seinem Freund Ralf Wohlleben ein Motorrad für die in Chemnitz abgetauchten Kameraden zu stehlen. Und: Er besorgte die Ceska-Pistole, mit der neun Menschen hingerichtet wurden.

Nur in seltenen Fällen liegt die »Seele« eines Angeklagten vor Gericht offen wie ein Buch aus. Bei Schultze erkennt man neben dem Einband allenfalls die Kapitelüberschriften. ...


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