Julia Strutz, Istanbul 06.06.2013 / Politik

»Çapulcu City« - die Stadt der Randalierer

Niemand ahnte, dass aus dem Konflikt um ein Bauprojekt nationaler Protest erwachsen würde

Was als Kritik gegen Willkür und Privatisierung in den städtischen Transformationsprozessen begann, ist in der Türkei zu einer gesellschaftlichen Bewegung geworden, die sich bei der Verteidigung ihrer sozialen und politischen Rechte selbst neu erfindet.

Noch vor einer Woche hätte niemand damit gerechnet, dass sich die Auseinandersetzung um das Bauprojekt am Istanbuler Taksim-Platz in einen nationalen Protest verwandeln würde, trotzdem kommt er nicht von ungefähr. Taksim ist kein Einzelfall, sondern ein Symbol für die lange Reihe von städtischen Projekten. In den vergangenen Jahren hat die AKP-Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan eine aggressive Stadtpolitik betrieben, die in naher Zukunft den Abriss von Häusern vorsieht, der mehrere Millionen Haushalte betrifft. Mit dem Abriss des Viertels Sulukule, durch den Hunderte Romafamilien ihre Bleibe verloren, wurde 2009 ein Exempel statuiert, das sich in Hunderten von Nachbarschaftsvierteln allein in Istanbul zu wiederholen droht. Auch wenn das Projekt im Nachhinein von Gerichten für unrechtmäßig erklärt wurde - inzwischen waren die neuen Villen längst für jeweils mehrere Millionen verkauft.

Unweit des Taksim-Platzes und Teil d...

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