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Türkischer Sommer der Anarchie

Die Solidarisierung gegen die Regierung Erdogan erfasst breite Schichten

  • Von Jürgen Gottschlich, Istanbul
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Taksim-Platz, zentraler Ort der Proteste in Istanbul, ist zu einer Art autonomen Zone geworden. Die Menschen, die sich hier treffen, haben sich gegen die Regierung solidarisiert. Zwischen ausgebrannten Autos versorgen Ärzte freiwillig die Verletzten.

Der Unterschied zwischen zwei Welten erschließt sich durch eine U-Bahnfahrt von einer Station. Unten am Fähranleger am Bosporus in Kabatas, wirkt Istanbul wie immer. Leute hetzen zur Fähre, suchen einen Bus, die Autos stehen im Dauerstau. Einzig eine zerschlagene Werbetafel gibt einen Hinweis darauf, dass es auch hier nachts anders zugehen kann. Doch wer in Kabatas in die Metro steigt und eine Station weiter, am Taksim-Platz, wieder an die Oberfläche kommt, betritt eine andere Welt.

Autos gibt es noch, aber nur noch als umgestürzte, ausgebrannte oder zertrümmerte Vehikel, die jetzt als Teil einer Barrikade genutzt werden, um alle Zufahrten zum Platz für die Polizei zu sperren. Der normalerweise verkehrsreichste Platz Istanbuls ist, was die Stadtoberen auch schon mal versprochen hatten, nur noch Fußgängern vorbehalten. Man hat den Platz mit Hunderten Fahnen geschmückt, jedes linke Grüppchen wollte seinen Wimpel hinterlassen. Wo...


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