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Deich erneut gebrochen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Im Stadtpark von Herzberg in Südbrandenburg stehen am Mittwoch Pfützen. Das hat Einwohner Frank Gebauer selbst gesehen, und gehört hat er, dass der nahe Tennisplatz unter Wasser steht. Das Hochwasser der Schwarzen Elster drückt durch. An Fluten inzwischen gewöhnt, zeigen viele Anwohner zunächst wenig Nervosität. Doch vielleicht unterschätzen sie den Ernst der Lage auch. »Da, wo ich über die Brücke gefahren bin, sind am Deich noch 30 Zentimeter Luft bis zur Oberkante«, erzählt Gebauer. Andernorts sollen es aber bloß noch drei Zentimeter sein - und der Pegel hat seinen Höchststand noch nicht erreicht.

In Bad Liebenwerda ist die Schwarze Elster am Mittwoch übergelaufen und bei Arnsnesta brach der Deich auf einer Länge von 20 Metern. Das eingemeindete Dorf Arnsnesta gehört zur Stadt Herzberg und liegt zehn Kilometer flussabwärts. Zum Glück brach der Deich am anderen Ufer, so dass für den Ort keine Gefahr bestand. Das Loch sollte mit Hilfe von Hubschraubern gestopft werden. Der Deich brach an der Stelle bereits 2010 und ist danach nur geflickt worden. Die Dämme an der Schwarzen Elster sind alt, zum Teil 100 Jahre. Das Umweltressort sitzt an schon länger an Plänen für eine Erneuerung. Doch nach der Oderflut 1997 und dem Elbehochwasser 2002 hatten diese Flüsse Vorrang. Eine Gefahr sind die Bäume auf den Deichen, wenn ein Sturm sie entwurzelt. Aber mancher Anwohner möchte den schönen Anblick nicht missen, weiß Wolfgang Brandt, Sprecher des Krisenstabs beim Innenminister. Hoffnung mache, dass die Pegel nur noch langsam steigen und in absehbarer Zeit wohl gar nicht mehr.

Die Schwarze Elster mündet in die Elbe, an der die Einsatzkräfte gestern viel zu tun hatten. Am Nachmittag begann die Evakuierung von Mühlberg. 100 Feuerwehrleute aus Brandenburg und 200 aus Hessen halfen dabei.

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