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Standortvorteil Schöneweide

Deutsche Bahn und Senatsverwaltung wollen neues Gewerbegebiet schaffen

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 3 Min.

Am Mittwoch stellten Vertreter der Deutschen Bahn AG und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt die Pläne für die weitere Erschließung der im Bezirk Treptow-Köpenick gelegenen Fläche des ehemaligen Rangierbahnhofs und Bahnbetriebswerks Schöneweide vor. Auf insgesamt 48 Hektar soll ein Gewerbegebiet entstehen, auf dem sich ab 2016 sowohl Industriebetriebe als auch Dienstleister ansiedeln können. Durch die Nähe zum geplanten Großflughafen BER in Schönefeld und dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Johannis- thal/Adlershof sei dieses Areal hervorragend geeignet, um die wirtschaftliche Entwicklung Berlins weiter voranzutreiben und somit Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern, betonte Birko Teichmann, Niederlassungsleiter der Bahn-Tochter DB Service Immobilien Berlin. Dank der Möglichkeit, direkte Gleisanschlüsse einzurichten, sei der Standort zudem für Industriebetriebe sehr attraktiv.

Zu den vorbereitenden Arbeiten gehört unter anderem die Verlegung des stadtauswärts führenden Fernbahngleises, um die Zerschneidung des Areals zu beenden. Die S-Bahn-Station Betriebsbahnhof Schöneweide erhält einen weiteren Zugang von der Johannisthaler Seite. Für Fußgänger und Radfahrer wird auch ein neuer Übergang zur Köllnischen Heide geschaffen. Außerdem werden öffentliche Grünanlagen am Rande des Gewerbegebiets angelegt sowie mehrere Zufahrtsstraßen neu gebaut. Da von der Erschließung auch naturschutzrechtlich geschützte Biotope betroffen sind, muss die Bahn entsprechende Ausgleichsflächen ausweisen. Dafür wird eine ebenfalls im Konzernbesitz befindliche Liegenschaft in der Nähe von Fredersdorf eingesetzt.

Erhalten bleiben auf alle Fälle der unter Denkmalschutz stehende alte Rundlokschuppen und dazugehörige Gebäude. Der Verein der Dampflokfreunde Berlin soll diesen Teil des Geländes weiterhin nutzen können. Von Schöneweide aus startet der Verein regelmäßig Fahrten mit historischen Zügen, die sehr beliebt sind.

Die Kosten der Erschließung des Geländes wurden am Mittwoch auf rund 25,5 Millionen Euro beziffert. Davon entfallen 14,5 Millionen auf die Bahn, der Rest auf das Land Berlin. Konkrete Verkaufsverhandlungen für einzelne Parzellen gebe es derzeit noch nicht, erläuterte Projektleiter Wolfgang Stahnke von DB Service Immobilien. In einer Marktanalyse sei man aber zu dem Ergebnis gekommen, dass besonders bei Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die bislang in innerstädtischen Quartieren angesiedelt sind, ein entsprechender Bedarf an derartigen Standorten vorhanden ist, um emissionsrechtlichen Einschränkungen zu entgehen, wie sie in Wohngebieten gelten. Die Erschließung von Schöneweide ist nicht das einzige derartige Vorhaben der Bahn AG in der Region. Alleine in Berlin beläuft sich der Grundstücksbestand auf 20,2 Millionen Quadratmeter. Da viele Liegenschaften nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt werden, hat die Entwicklung und Vermarktung dieser Flächen für den Konzern hohe Priorität. Weitere Projekte sind derzeit unter anderem der Wriezener Bahnhof in Friedrichshain, der »Kohlebahnhof« in Adlershof, das Stettiner Carrée am Nordbahnhof und ein neues Quartier am Hauptbahnhof Potsdam.

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