Notunterkunft Gotteshaus

Ein Teil der obdachlosen Flüchtlinge in Hamburg findet Zuflucht in einer Kirche

  • Von Folke Havekost, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Hamburg spitzt sich der Konflikt zwischen Kirche und Staat zu. Während der Senat rund 300 afrikanische Flüchtlinge nach Italien zurückführen will, stellt Pastor Sieghard Wilm gut 60 der bislang Obdachlosen sein Gotteshaus zur Verfügung. Am Donnerstag besuchte Hamburgs evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs dort die Flüchtlinge.

»Das ist kein Kirchenasyl«, sagt Pastor Wilm: »Wir leisten einfach humanitäre Nothilfe.« Decken und Matratzen liegen in seiner St. Pauli-Kirche, nach der der berühmte Stadtteil benannt ist. Gespendete Lebensmittel sorgen für das Nötigste. Seit Donnerstag gibt es einen Container mit Sanitäranlagen.

Sieben Wochen lang lebten die überwiegend aus Westafrika stammenden Flüchtlinge in Hamburg unter freiem Himmel. Sie waren aus Libyen geflohen, wo sie vor Beginn des Bürgerkriegs Arbeit gefunden hatten, und kamen über die italienische Insel Lampedusa in die Hansestadt. Der Senat wirft den italienischen Behörden vor, die Flüchtlinge mit Geld und Touristenvisa ausgestattet zu haben, damit sie Lampedusa verließen. »Wer in einem Land Aufnahme gefunden hat, darf nicht einfach in andere Länder weitergeschickt werden«, sagt Bürgermeister Olaf Scholz in Einklang mit europäischen Rechtsvorschriften.

Wenn ihre Touristenvisa nach drei Mona...

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