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Davos in Naypyidaw

Der asiatische Ableger des Weltwirtschaftsforums berät über Myanmars wirtschaftliche Zukunft

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In Myanmar beraten seit Mittwoch Politiker und Unternehmer über Wirtschaftsperspektiven für Südostasien.

Es sind zwei symbolträchtige Ereignisse für die wirtschaftliche Öffnung Myanmars: Nach über 60 Jahren hat Coca Cola wieder eine Niederlassung eröffnet. Und an diesem Wochenende ist das Land erstmals Gastgeber des Weltwirtschaftsforums Ostasien (WEF). In der Hauptstadt Naypyidaw berieten zwei Tage lang rund 900 Unternehmer und Politiker aus 55 Ländern unter anderem über Fortschritte bei der Verwirklichung eines gemeinsamen Marktes nach EU-Muster in Südostasien. Die Zoll- und Handelsschranken sollen bis Ende 2015 fallen.

Experten prophezeien Myanmar blühende Landschaften. Als Folge der jahrzehntelangen Misswirtschaft der Militärdiktatur als auch der internationalen Wirtschaftssanktionen gibt es im Land nichts abzuwickeln, nur aufzubauen. Dank seines Reichtums an natürlichen Ressourcen und einem Heer billiger Arbeitskräfte hat Myanmar das Potenzial, seine Wirtschaftsleistung bis 2030 von 45 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf mehr als 200 Milliarden zu vervierfachen, heißt es in einer jüngst veröffentlichten Studie des McKinsey Global Institute. Energie und Bergbau, Landwirtschaft, produzierendes Gewerbe und Infrastruktur könnten die vier potenziellen Wachstumsmotoren sein. Die McKinsey-Experten erwarten, dass Unternehmen wegen steigender Lohnkosten ihre Produktionen aus Ländern wie China, Thailand oder Bangladesch nach Myanmar verlagern. Mit rund 60 Millionen Einwohnern ist das Land selbst ein lukrativer Markt und könnte durch seine geografische Lage zur Drehscheibe zwischen den Wirtschaftsgiganten Indien, China und Südostasien werden.

Um sein Potenzial zu verwirklichen, muss das Land jedoch politische Stabilität sicherstellen und seine Infrastruktur aus- und aufbauen, heißt es im Report. Sushant Palakurthi Rao, Asienchef des WEF, kündigte auf der drei Tage dauernden Konferenz »offene Diskussionen« über die »Wichtigkeit der zentralen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen wie die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitssystems« an.

Wer profitiert aber vom Wachstumspotenzial Myanmars? Immer lauter werden die Klagen der dortigen Medien, der verschiedenen Ethnien, aber auch der immer aktiver werdenden Zivilgesellschaft über mangelnde Transparenz bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen. Die militärische Niederschlagung von Protesten gegen eine chinesische Kupfermine in Zentralmyanmar oder in Rakhine gegen chinesische Öl- und Gasprojekte verdeutlicht die Sorge vieler Einwohner, einmal mehr auf der Verliererseite zu stehen.

Die Kehrseite der neuen Wirtschaftsfreiheit heißt Inflation: In Rangun liegen die Immobilienpreise höher als in San Francisco; Hotelzimmer kosten astronomische Summen; Löhne und Gehälter steigen; die Geldmenge wächst. Der Internationale Währungsfonds, der angekündigt hat, eine Vertretung in Birma zu eröffnen, rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von 6,75 Prozent, aber auch mit einer Inflationsrate von 5,5 Prozent.

Präsident Thein Sein hat kürzlich in einer Rede in Washington eingeräumt, dass »die Transformation Myanmars nach Jahrzehnten der autoritären Herrschaft keine einfache Aufgabe ist«. Er strebe eine »gerechte« und »faire« Wirtschaft an, in der alle gleiche Chancen haben. »Um das zu erreichen, brauchen wir ein Maximum an internationaler Unterstützung.« Auch dafür soll das WEF Ostasien die Weichen stellen.

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