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Eine Dame gesellte sich zu mir

Hans Schoenecker aus Berlin

Für seine Kinder schreibt der 84-Jährige gern und oft Geschichten aus seinem Leben.

Nach Entlassung aus neunmonatiger Haft im englischen Kriegsgefangenenlager 2228 bei Waterloo in Belgien, machte ich mich auf den Weg von Essen nach Emmerich am Rhein, um dort eine vorläufige Bleibe bei der Frau meines im Krieg umgekommenen Bruders zu finden. Ich, siebzehnjährig, der an der Westfront auf deutschem Boden noch acht sinnlose Kriegswochen »überlebte« - im Gegensatz zu vielen gleichaltrigen Jungen an meiner Seite - saß also an diesem Dezembertag auf der Holzpritsche eines notdürftig hergerichteten, unbeheizten Personenwagens der Reichsbahn.

Es dunkelte schon. Ich kaute meine karge Wegzehrung trockenes Brot und dachte an das, was mich nun - in Freiheit aber auch sehr einsam - erwarten könnte. Die mit Pappe verkleideten Fenster des Abteils erlaubten keinen Blick hinaus auf die Gegend, die der Zug mühsam passierte. Nach einigen Stationen, auf denen der Aufenthalt oft eine Stunde währte, gesellte sich eine Dame mittlere...


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