Mit den Gedanken am Taksim

Turgay Ulu ist einer der Flüchtlingsaktivisten in Berlin. Zurück in die Türkei kann er nicht

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Es muss schon einiges geschehen, bis Turgay Ulu den Kopf verliert. Von einem Termin, bei dem er sich verspätet, lässt er sich jedenfalls nicht stressen. Mit einer beinahe demonstrativen Lässigkeit schlendert er mit Berna Gezik die Straße entlang, während um sie herum das Berliner Stadtleben einige Takte schneller schlägt. Sie unterhalten sich angeregt auf Türkisch. Beide schätzen sich, das ist ihnen anzusehen. Vor zwei Jahren ist Ulu vor dem autoritären Regime des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdoğan geflohen, Gezik ist Kommunalpolitikerin bei den Grünen und hilft ihm als Dolmetscherin.

Ulu ist einer der Aktivisten vom Camp auf dem Kreuzberger Oranienplatz, dem sich rund 200 Flüchtlinge angeschlossen haben. Seit acht Monaten protestieren sie in Berlin gegen die deutsche Asylpolitik, hartnäckig und ungestüm, aber ebenso friedfertig und bedacht. Auch wenn die Situation für Flüchtlinge sich zuletzt nur wenig verbesser...


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