Die Folgenabschätzung kommt nach

Bei Windenergieanlagen im Meer weiß man bisher kaum etwas über ökologische Auswirkungen

  • Von Burkhard Ilschner
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der Ausbau der Offshore-Windkraft ist nicht nur auf Grund der Kosten umstritten. Probleme gibt es auch wegen des Baulärms, der geschützte Meeressäuger schädigt. Standards sollen nun helfen.

Der »Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen« (WBGU) hat für den Sommer ein Gutachten unter dem Titel »Menschheitserbe Meer« angekündigt und dazu erste Thesen zusammenfassend vorgestellt. Unter anderem plädiert der Rat darin für radikale Änderungen im Seerecht einschließlich einer Rechenschaftspflicht für Meeresnutzer über Folgen ihres Tuns. Gäbe es das bereits, müsste die Diskussion über den Ausbau der Offshore-Windkraft anders geführt werden: Bekanntlich werden die Anlagen und ihre Infrastruktur, soweit Investitionsmittel verfügbar sind, bereits geplant und gebaut. Die Auswirkungen auf Meeressäuger oder Zugvögel - eigentlich Gegenstand einer vorgeschalteten »Folgenabschätzung« - werden aber aktuell gerade erst erforscht.

Bei einem Hamburger Symposium berichtete kürzlich Henrike Seibel von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wie versucht wird, gemeinsam mit Projektpartnern »überprüfbare Standards zur Bewertung des Einflusses von Unterwasserschall auf marines Leben« zu entwickeln: Mittels umfangreicher Schallmessreihen, eigens an Tieren befestigten Datenloggern zur Verhaltensbeobachtung, Schallkartierungen sowie Blutprobenvergleichen zwischen wild lebenden und an Menschen gewöhnten Tieren werden Flucht- und Tauchverhalten, Stressreaktionen und weitere Verhaltensänderungen analysiert.

Die Hamburger Biologin Karin Lüdemann bilanzierte Forschungen zur Rammschall-Minderung. Die »leisen« Verfahren zur Installation von Offshore-Windkraft-Anlagen - Einrütteln von Fundamenten oder Einsetzen in vorgefertigte Bohrungen - sind aufwendig und vertragen sich nicht mit dem Interesse potenzieller Geldgeber am schnellen Profit. Kons- truktionen, die durch Eigengewicht plus Ballast standfest sind, oder »Buckets«, die sich in den Boden saugen, sind ebenfalls »leise« - und teuer. Also wird auf Steuerzahlers Kosten nach Alternativen geforscht - von »Blasenschleiern« über »Kofferdamm«-Rohrkonstruktionen bis zu »Hydroschalldämpfern« -, damit private Investoren Umweltschutzauflagen beim Bau erfüllen können, ohne dass es die Gewinne schmälert.

Zwar nennt Ommo Hüppop von der Vogelwarte Helgoland die Offshore-Windkraft den (neben der Fischerei) »größten menschlichen Eingriff in den deutschen Meeresgebieten«. Zugleich aber räumte der Experte »große Wissenslücken« hinsichtlich der Reaktion von Zugvögeln auf die riesigen Flughindernisse der Windparks ein: Mehr oder weniger resigniert stellte er fest, es sei nur über Modellrechnungen möglich, die Zahl tatsächlicher Vogelschlagopfer zu schätzen, denn die meisten toten und auch verletzte Vögel landeten halt im Meer. Niemand wisse, ob Vögel die Windparks als Barriere wahrnähmen oder ob sie Lücken entdecken und durchfliegen könnten; niemand wisse, wie Anlagen eines Parks eigentlich angeordnet sein müssten, um solche Risiken zu minimieren. Hüppop regte zwar weitere Forschungen an. Aber gebaut wird derweil trotzdem, ohne umfassende Berücksichtigung möglicher Konsequenzen.

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