»Ich plädiere auf Strafbefreiung«

Kataloniens »Robin Bank« Enric Duran lebt seit Februar im Untergrund

Der 37-jährige katalanische Kapitalismuskritiker Enric Duran ist seit seinem ungewöhnlichen Bankraub auch über das krisengeplagte Spanien hinaus bekannt. Bereits 2005 – lange vor der Finanzkrise – erleichterte Duran 39 Banken und Kaufhäuser um insgesamt 492 000 Euro, was ihm den Beinamen »Robin Hood der Banken« einbrachte. Geholfen haben ihm dabei fingierte Unterlagen, darunter eine gefälschte Einkommensbescheinigung. Das Geld floss in finanzschwache linke Projekte und antikapitalistische Gratispublikationen, in denen neben Systemkritik auch Selbstverwaltungsinitiativen vorgestellt wurden. Eine davon ist die Cooperativa Integral Catalana (CIC), die Duran seit dem Frühjahr 2010 mit seinen Mitstreitern aufbaut. Dort werden unter anderem die Geldbeziehungen Schritt für Schritt durch freiwillige soziale Vereinbarungen ersetzt. Mit Duran sprach für »nd« Martin Ling.

nd: Herr Duran, anstatt sich Ihrem Verfahren zu stellen, leben Sie seit Februar im Untergrund. Am 13. März hat die Staatsanwaltschaft Barcelona Sie zur Fahndung ausgeschrieben und einen Haftbefehl erlassen. Gibt es einen extremen Fahndungsdruck, wie man das in den Fällen von »Terroristen« kennt?
Duran: Derzeit ist es definitiv wahrscheinlicher, zufällig, also beispielsweise bei einer Verkehrskontrolle, aufzufliegen. Die einzige konkrete Aktion in den vergangenen vier Monaten war der Besuch meiner offiziellen Wohnadresse, weil es eine richterliche Anordnung gab. Allerdings wurde nur gefragt, ob ich noch da wohne und ob ich telefonisch erreichbar bin.

Welche Gründe haben Sie dazu bewegt, sich dem Verfahren nicht zu stellen?
Nur ganz in Kürze: Es gibt konkrete Motive, wie die Verletzung meiner fundamentalen Rechte als Angeklagter, sei es die Ablehnung sämtlicher Zeugen der Verteidigung, sei es die Verweigerung der Abberufung m...


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