Seine Liebe: das Unbequeme

Dem Dirigenten Claudio Abbado zum 80. Geburtstag

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Viele Fotos zeigen ihn lachend. Musik machen bedeutet Spaß haben. Das ist die eine Devise. Die andere, dass Interpretation verdammtester Ernst ist. »Letztlich interessieren mich nur Werke, die sich nicht sofort erschließen«, sagt Claudio Abbado. Das ist ein Hieb gegen den glattbügelnden Konzertbetrieb, dem zu entgegnen er seine ganze Persönlichkeit einsetzt. Das geht von früh an bis heute.

Claudio Abbado wird 1933 in Mailand geboren, unter den Fittichen hochmusischer, vielseitig interessierter Eltern. Er studiert Orchesterleitung, Klavier und Komposition in Mailand, Parma und Wien, hier unter anderem bei dem Webern-Schüler Hans Swarowsky. Wie dieser wollte und will Abbado es anders machen, nicht den hundertsten Brahms und Beethoven routiniert effektvoll runterpinseln, wohl aber deren Musik höchstmöglich genau und wahrhaftig abbilden, als sagte sie den Leuten immer noch Eigentümliches.

Claudio Abbado liebt das Unbequeme. ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.