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Angst vor Epidemien in Indien

Verheerende Unwetter fordern mindestens 1000 Todesopfer

Durch Überschwemmungen und Erdrutsche infolge des Monsunregens sind in Indien nach offiziellen Angaben rund 1000 Menschen getötet worden. Behördenvertreter befürchten jedoch, dass die Opferzahl weiter steigen könnte. Aus Angst vor Epidemien sollten hunderte Leichen eine Massenbeerdigung erhalten.

Nach offiziellen Informationen seien rund eintausend Menschen gestorben, sagte der Minister für Naturkatastrophen im Bundesstaat Uttarakhand, Yashpal Arya. Der Himalaya-Staat im Norden des Landes ist am stärksten von der verheerenden Naturkatastrophe betroffen. Die indischen Behörden hatten schon vor Tagen befürchtet, dass bis zu 1000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Das ganze Ausmaß der Katastrophe wird erst klar sein, wenn das Wasser abgelaufen und die Trümmer weggeräumt sein werden.

Etwa 1000 Brücken und zahlreiche Straßen wurden beschädigt, so dass viele Dörfer und Städte derzeit unerreichbar sind. Flüsse haben Häuser und sogar ganze Dörfer weggerissen. 15 000 Menschen sind in abgelegenen Regionen seit Tagen ohne Trinkwasser und Nahrung von der Außenwelt abgeschnitten und haben keine Unterkünfte zum Schutz gegen die nächtliche Kälte. Militärhubschrauber mussten wegen anhaltend schlechten Wetters zeitweise am Boden bleiben, so dass sich die Versorgung mit Hilfsmitteln und die Evakuierung von Ortschaften weiter verzögerten.

Beim Absturz eines Hubschraubers sind am Dienstag acht Menschen ums Leben gekommen. Alle acht Insassen, darunter fünf Besatzungsmitglieder, seien bei dem Unglück in der Nähe von Gaurikund im Bundesstaat Uttarakhand gestorben, teilte die indische Luftwaffe mit. Der Hubschrauber war in den Flutgebieten zu Evakuierungen im Einsatz.

Doch auch einige wenige positive Meldungen gab es: So erreichte ein Ärzteteam rechtzeitig das abgelegene Dorf Tijan, um zwei Schwangeren bei der Geburt ihrer Kinder zu helfen, wie die Agentur PTI meldete. Den Neugeborenen und ihren Müttern gehe es gut, wurde ein Armeevertreter zitiert. Am Kalindi-Pass wurde eine Gruppe von 14 spanischen Bergsteigern nach vier Nächten im Schnee per Hubschrauber gerettet und in die Regionalhauptstadt Dehradun gebracht.

Die Massenbestattung war nach Behördenangaben in dem schwer heimgesuchten hinduistischen Wallfahrtsort Kedarnath vorgesehen. Rettungskräfte wurden angewiesen, Tonnen von Brennholz für die Feuerbestattung einzusammeln. AFP

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