Werbung

Die Erdgas-Operette

Kurt Stenger über das Erdgaspipelineprojekt Nabucco

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Warum äußert sich eigentlich niemand überrascht, dass das Erdgaspipelineprojekt Nabucco nun wohl endgültig gescheitert ist? Immerhin war auf europäischer Ebene über Jahre immer davon die Rede, dank kaspischer Rohstoffe von Russland unabhängiger zu werden. Und EU-Energiekommissare hatten die Pipeline ganz oben auf ihrer Liste mit strategischen Projekten. Doch wer das Ganze nicht aus der Wunschzettel-Perspektive betrachtete, war von Anfang an skeptisch. Es gab in der Förderregion niemanden, der größere Mengen Gas liefern wollte. Schon mit der Fertigstellung der Ostsee-Pipeline von Gazprom war das Thema eigentlich abgehakt. So riesig sind die auf mittlere Sicht benötigten Mengen nicht. Vorausgesetzt, die Energiewende wird vorangetrieben. Dabei ist Gas zwar eine günstige Brückentechnik, mehr aber nicht.

Als immer mehr Konzerne ausstiegen, wurde offensichtlich, dass Nabucco eigentlich kaum mehr als ein österreichisches Vorhaben war. Genauer gesagt eines des teilstaatlichen Mineralölriesen ÖMV, der die Regierung in Wien vor den eigenen Karren spannte. Minister hofierten die autoritären Staatschefs, die die Rohstofferlöse auf private Konten in Steueroasen stecken. Doch die wollen ihr Gas lieber an sichere, politisch nahe stehende Großabnehmer verkaufen.

Und so hat es Nabucco nie bis zu einer ausgewachsenen Oper mit dramatischem Verlauf gebracht. Es war eher eine seichte Wiener Operette.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen