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Zentrale der Muslimbrüder gestürmt

Ägyptens Armee und Opposition stellen Ultimaten

Kairo (AFP/nd-Etzel). Tausende Gegner des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben am Montag in der Hauptstadt Kairo den zentralen Sitz der Muslimbruderschaft gestürmt. Von deren Anhängern hatten sich bereits am Sonntag rund 25 000 im Kairoer Vorort Nasr City versammelt, um, wie es hieß, die »Legitimität« ihres Präsidenten zu verteidigen. Allerdings war dies nur ein Bruchteil der Zahl der Mursi-Gegner. Deren Zahl wird in Kairo auf eine Million geschätzt und noch einmal soviel in anderen Städten.

Angesichts dieser Konstellation verwundert es nicht, dass die Mursi-Anhänger einer Konfrontation aus dem Wege gingen. Die Zentrale der Muslimbruderschaft im Kairoer Viertel Mokattam war offenbar ohne nennenswerten Schutz gelassen worden. Für die regierungsfeindlichen Demonstranten war es deshalb keine Schwierigkeit, in das Gebäude einzudringen, das bereits am Sonntagabend mit Brandsätzen und Schüssen angegriffen worden war. Laut AFP-Reportern wurde das Haus am Montagvormittag nun gestürmt, geplündert und in Brand gesetzt.

Von Wortführern der ägyptischen Opposition wurde dies nicht öffentlich kommentiert. Sie riefen ihre Anhänger dazu auf, »in zivilem Ungehorsam« bis zum Rücktritt Mursis auf der Straße zu bleiben. Dem Präsidenten setzte das Bündnis Tamarod (»Rebelliere!«) gestern per Internet ein Ultimatum, bis zum - heutigen - Dienstag, 17 Uhr, zurückzutreten. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hamdin Sabahi forderte die Armee zum Eingreifen auf, sollte der Präsident nicht freiwillig seinen Platz räumen. Diese stellte am Nachmittag der politischen Führung des Landes ebenfalls ein Ultimatum. Binnen 48 Stunden müsse der Konflikt gelöst werden, erklärte die Armeeführung am Montag im Fernsehen. Die Forderungen des Volkes müssten erfüllt werden. Dies sei die »letzte Chance« für die Staatsführung. Seite 7

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