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Amt ohne Ehre

Claudia Nothelle nimmt es mit ihren Ehrenämtern nicht ganz so genau

Schon in ihrer Schulzeit wollte Claudia Nothelle, Jahrgang 1964, Journalistin werden, studierte zunächst aber katholische Theologie und Germanistik in Bonn und Mainz. Zugang zum Wunschberuf fand sie dennoch recht schnell: Parallel zum Studium war sie zwischen 1984 bis 1986 Stipendiatin des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (IFP e.V.). Die Münchener Einrichtung, getragen von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, bildet seit 40 Jahren Journalisten aus. 1993 promovierte Nothelle in Pädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Schon kurz zuvor startete die im westfälischen Unna Gebürtige beim Fernsehen durch, zunächst beim Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). In dessen Auftrag berichtete sie nach dem Tod von Mutter Teresa aus Delhi, ihr christlicher Hintergrund gab den Ausschlag. Immer wieder berichtete sie von diesem Subkontinent, nach dem 11. September 2001 auch aus Pakistan und Afghanistan. Später folgten drei Jahre im ARD-Hauptstadtstudio, einer ihrer Schwerpunkte war hier die Gesundheitspolitik. Eine fast ebenso lange Zeit als Chefredakteurin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) schloss sich an - und dort ging es stetig aufwärts, 2008 wurde Nothelle Fernseh- und 2009 schließlich Programmdirektorin.

Zum Amt kommen Ehrenämter, nicht immer mit Ehren. Die erfolgreiche Journalistin unterstützt das katholisch-publizistische Netzwerk als Vorsitzende des Aufsichtsrates. Sie übernimmt aber auch einen Platz in der Jury, die deutsche Auslandskorrespondenten würdigt, selbst wenn die Auszeichnung - der Liberty Award - vom Tabakgiganten Reemtsma gestiftet wird. Auch in dieser Jury verketten sich Netzwerke: Zwischen 2007 und 2011 war rbb-Intendantin Dagmar Reim dort vertreten, ebenfalls aktive Katholikin. Nothelle leitet gleichzeitig das Kuratorium der 2012 gegründeten Berliner Krebsstiftung. Für so manchen Beobachter mag die Personalunion einer Krebsbekämpferin und Lobbygeldverteilerin zum Himmel stinken. Sie selbst scheint von der Kritik Berliner Nichtraucherschützer gänzlich unbeeindruckt.

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