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Siemens schickt »Stromer« in die zweite Runde

Neue Teststrecke für den Lastkraftwagen mit elektrischer Oberleitung in Betrieb genommen

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Wie schwere Lastkraftwagen zusätzlich zum herkömmlichen Dieselantrieb künftig auch Ökostrom aus elektrischen Oberleitungen nutzen können, das testet die Siemens AG nun schon seit knapp zwei Jahren. Am Freitag stellte das Unternehmen auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz in Groß Dölln bei Templin (Uckermark) seine neue Versuchsstrecke vor. Dort soll das Projekt mit dem Namen »ENUBA 2« weiter verfolgt werden.

Hier rollen bislang zwei modifizierte Lastkraftwagen von Mercedes im Dienste der Wissenschaft. »Ich bin ein Stromer« steht groß an den Wänden der Ladeflächen. Der nötige Ökostrom zum Antrieb der Elektromotoren wird gleich nebenan gewonnen. Denn die bayrische Firma Belectric hat unmittelbar neben der Testpiste vor einigen Monaten ihr riesiges Solarkraftwerk mit einer Leistung von 128 Megawatt in Betrieb genommen.

Siemens gehe nun bereits in Testphase zwei für eine mögliche Elektrifizierung des immer mehr wachsenden Straßengüterverkehrs, erklärte Ingenieur Michael Lehmann, der die Erprobung Elektromobilität bei Siemens leitet. Hauptziel sei die Schaffung eines im öffentlichen Verkehr einsetzbaren Systems von Oberleitungen für schwere Gütertransporte, ergänzt durch konzeptionelle Untersuchungen für weitere Nutzfahrzeugklassen, sagte der 32-Jährige. Mit diesem Projekt hat es Lehmann, der aus Schwedt stammt und in Dresden Verkehrstechnik studierte und promovierte - zumindest auf Zeit - zurück in seine uckermärkische Heimat verschlagen.

Partner von Siemens sind die Lkw-Hersteller Daimler und Scania sowie die Fakultät Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Dresden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesumweltministerium. Zudem gibt es laut Lehmann einen sehr regen Austausch mit den Experten des Verkehrsministeriums. Immerhin sind in den letzten Jahren »etliche Millionen Euro« in die Erprobung gesteckt worden. Die genaue Summe war auch auf Nachfrage nicht herauszubekommen.

In der ersten Projektphase habe man die technische Machbarkeit nachgewiesen und funktionierende Stromabnehmer für die Laster entwickelt, die wie die O-Busse in Eberswalde fahren. Jetzt soll die Sache auf der neuen Teststrecke bis Ende 2014 perfektioniert werden. Die Teststrecke sieht aus wie ein gut zwei Kilometer langer Autobahnabschnitt mit drei Kurven, Verkehrsleiteinrichtungen und Schilderbrücke unter einer elektrifizierten Bahnstrecke (ohne Gleise).

»Mit unserem neuen Praxispartner, dem Lkw-Hersteller Scania, wollen wir möglichst bald auch einen entsprechend ausgerüsteten großen Sattelzug mit Auflieger testen«, war von Michael Lehmann zu erfahren. Klappt mit dem Riesenstromer an der langen Leitung alles zur Zufriedenheit der Ingenieure, könnte das nächste Etappenziel in greifbare Nähe rücken. »Die nächste Stufe wäre dann die Erprobung im öffentlichen Verkehrsraum - das heißt auf ausgewählten Straßen- und Autobahnabschnitten«, blickte Lehmann in die Zukunft.

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