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Östrogene gegen Harnwegsinfekt

Körpereigenes Antibiotikum hilfreich gegen Infektionen nach der Menopause

  • Von Andreas Knudsen
  • Lesedauer: 2 Min.

Harnwegsinfektionen sind eine verhältnismäßig häufige Krankheitsursache bei Frauen. Besonders oft sind sie während des Klimakteriums zu beobachten.

Statistisch gesehen ist jede zweite Frau im Laufe der Menopause von dieser schmerzhaften Erkrankung betroffen und in einem Viertel der Fälle dauern die Symptome bis zu einem halben Jahr an. Traditionell wird eine Harnwegsinfektion mit Antibiotika behandelt, die eine Ausbreitung der Erreger auf Blase und Nierenbecken verhindern sollen. Schwedische Forscher des Karolingska-Institutes untersuchten nun, ob es auch andere Möglichkeiten der Krankheitsbekämpfung gibt als die traditionelle Antibiotikabehandlung.

Die Erreger von Harnwegsinfektionen sind in der Regel Bakterien der körpereigenen Darmflora. Diese haben leichteres Spiel nach der Menopause, denn in dieser Lebensphase sind die Abwehrmechanismen des Urothels geschwächt. Hier sitzen Epithelzellen, die ein Peptid produzieren und die Blase keimfrei halten. Dies war der Ansatzpunkt des Forscherteams, neue Wege zur Bekämpfung der Bakterien mit körpereigenen Antibiotika zu finden. In einer Studie gaben sie einer Gruppe von Frauen lokal Östrogene, die die Produktion der Peptide stimulierten. Dadurch wurde die Abwehrkraft gegen Bakterien gestärkt, da die erhöhte Peptidenmenge eine schnellere Heilung der Schleimhäute zur Folge hatte und den Zellenzusammenhalt stärkte. Dadurch hatten die Bakterien weniger Möglichkeiten, sich anzusiedeln und zu vermehren.

»Durch die lokale Stimulation des Östrogenhaushaltes können wir den Immunhaushalt der Frauen stärken und die potenziell betroffenen Schleimhäute stärken«, erläuterte Annelie Brauner vom Institut für Mikrobiologie, Tumor- und Zellbiologie. »Unsere Studie untersuchte die Mechanismen, die zu Infektionen führen, und wie körpereigenes Antibiotika darauf reagiert.« Andere Forscher haben sich in ersten Stellungnahmen positiv geäußert und die Hoffnung ausgedrückt, dass die schwedischen Ergebnisse zur weiteren Erforschung dieses Behandlungsansatzes führen werden.

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