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Gegenstimmen in Hellersdorf

Protest gegen Flüchtlingsheim stößt auf Widerstand

(nd). Nachdem die Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf vor allem in dem sozialen Netzwerk Facebook ihren Protest gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft im Bezirk äußerte, melden sich Gegenstimmen zu Wort. »Wir, Jugendliche und junge Leute aus Hellersdorf-Marzahn, die hier aufgewachsen sind, hier arbeiten, studieren oder wohnen, möchten uns klar davon abgrenzen«, schreibt eine Gruppe junger Leute in einem Offenen Brief an Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD), der »nd« vorliegt.

»Wir wollen Solidarität zeigen mit Menschen, die vorverurteilt und kriminalisiert werden; mit Menschen, die Chaos und Krieg entrinnen konnten und in ihren vermeintlich sicheren Fluchtorten Anfeindung und Hass ausgesetzt sind.« In dem Schreiben erklärt die Gruppe weiter, Flüchtlinge und Asylbewerber seien auf Hilfe und Toleranz angewiesen, »von der Politik, aber auch von den Bürgerinnen und Bürgern selbst«. Daher stelle man sich klar gegen gedankenlose Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung.

Der Brief macht indes auch Verständnis für die Sorgen, Ängste und Fragen vieler Bürgerinnen und Bürger deutlich. »Wir sind uns einig, dass eine Schule prinzipiell kein geeigneter Ort ist, um Menschen, die in Deutschland (oft entschieden zu lange) auf Asyl warten, unterzubringen. Jedoch wissen wir auch um den Mangel möglicher Alternativen. Solange die deutsche Asylpolitik der Idee der dezentralen Unterbringung von AsylbewerberInnen nicht nachkommt, ist es unserer Meinung nach besser, überhaupt Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, um den geflüchteten Menschen sichere Obdach zu gewähren.«

17 junge Menschen aus dem Bezirk unterschrieben die Erklärung und bekräftigen, »dem Alltagsrassismus und Rechtspopulismus in unserem Bezirk die Stirn« zu bieten und zu zeigen, »dass es Menschen gibt, die hinter den AsylbewerberInnen stehen, die bereit sind, sich zu solidarisieren, zu unterstützen und zu helfen. Wir wollen öffentlich zeigen, dass in Hellersdorf auch andere Stimmen laut werden, die für einen bunten, toleranten und sozialen Bezirk eintreten.«

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