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Deutsche halten Medien für korrupter als Verwaltung

Transparency Deutschland fordert Debatte über Unabhängigkeit, Qualität und Interessenkonflikte / Weltweiter Index veröffentlicht

Berlin (Agenturen/nd). Korruption ist nach Einschätzung der Bundesbürger besonders bei politischen Parteien und in der Privatwirtschaft verbreitet - und bei Medien. Auffällig an den Ergebnissen der Befragung von 1.000 Bundesbürgern sei, hieß es bei der Antikorruptionsorganisation Transparency International, dass die Medien in der Bundesrepublik in der Rangliste »erstmals hinter der Öffentlichen Verwaltung und dem Parlament« eingestuft würden.

Edda Müller, die Vorsitzende von Transparency Deutschland, sagte, »die kritische Berichterstattung durch die Medien spielt eine wichtige Rolle bei der Korruptionsbekämpfung. Es ist daher ein alarmierendes Zeichen, wenn das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien zu sinken scheint.« Müller forderte »eine Diskussion darüber, wie die Unabhängigkeit und Qualität der Medien langfristig gewährt werden kann«. Zunehmende wirtschaftliche Probleme, vor allem bei den Printmedien, prekäre Arbeitsverhältnisse von Journalisten und Abhängigkeiten von Anzeigekunden könnten Müller zufolge »in der Praxis immer wieder zu Interessenkonflikten führen«.

Die Organisation Transparency forderte daher, »dass Strukturen und Prozesse der Verlage und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unter dem Gesichtspunkt der Korruptionsbekämpfung und der Transparenz« überprüft werden. Auch müsse »der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einem jährlichen Bericht detailliert und öffentlich über die Verwendung der Gebühreneinnahmen Auskunft geben«.

Für das so genannte Globale Korruptionsbarometer wurden weltweit über 114.000 Menschen in 107 Ländern zwischen September 2012 bis März 2013 befragt. In der Bundesrepublik sind 1.000 Bürger online um ihre Meinung gebeten worden. Dabei schnitten auf einer Skala von eins (überhaupt nicht korrupt) bis fünf (höchst korrupt) Justiz (2,6) sowie Polizei und Bildungswesen (jeweils 2,7) eher gut ab. Am unteren Ende der Skala rangierten die politischen Parteien (3,8) und die Privatwirtschaft (3,7). Die Medien in Deutschland lagen mit 3,6 Punkten noch hinter der öffentlichen Verwaltung und dem Parlament (jeweils 3,4). Nichtregierungsorganisationen nahmen mit 3,0 Punkten einen Mittelfeldplatz ein.

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