Werbung

Drei tote Badegäste in vier Tagen

Serie tragischer Unfälle an der Ostseeküste

Das sonnige Wetter lockt zum Baden, aber die Gefahren an Buhnen, Molen und Seen werden immer wieder unterschätzt. Zu Beginn der Saison häufen sich in Mecklenburg-Vorpommern die Unfälle.

Rostock/Stralsund (dpa/nd). Die Badesaison hat an der Ostsee mit einer Serie von Boots- und Badeunfällen begonnen. Innerhalb von vier Tagen starben zwei Kinder und ein Rentner. Eine Frau schwebt noch in Lebensgefahr und ein Mann wird vermisst, wie Polizeisprecher in Rostock und Neubrandenburg am Donnerstag sagten. »Vor allem die Gewalt der Ostsee wird von vielen immer wieder unterschätzt«, sagte Yvonne Hanske von der Polizei in Rostock.

Zuletzt war am Mittwochabend am Strand von Warnemünde ein Elfjähriger aus Rostock tot geborgen worden. Der Junge war bei starkem Nordwestwind mit drei Gleichaltrigen unweit der Mole baden gegangen und kam nicht mit ihnen an Land zurück. Die drei Anderen konnten sich retten.

Auf Rügen wird schon seit Dienstag ein Kajakfahrer auf dem Großen Jasmunder Bodden vermisst. Der 48-jährige Urlauber aus Niedersachsen war während einer Paddeltour mit seinem Sohn ohne Rettungsweste ins Wasser gefallen. Die Suche blieb bis Mittwochabend ohne Ergebnis, die Hoffnungen auf ein Überleben seien sehr gering, hieß es bei der Polizei. Bei 80 Prozent derartiger Unfälle auf dem Wasser trügen die Opfer keine Rettungswesten, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Bereits am Sonntag waren eine 31-jährige Frau und ihr neunjähriger Sohn beim Baden in Heringsdorf auf Usedom verunglückt. Der Junge starb, die Mutter schwebt noch in Lebensgefahr. Wie das Unglück passierte, war auch gestern noch unklar. Außerdem starb bei Trassenheide ein 72-Jähriger beim Baden. Hier sei ebenfalls noch nicht klar, was den Unfall verursacht habe, hieß es.

Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes appellierte an die Menschen, die einfachsten Baderegeln zu beachten. Der Landesreferent Thomas Powasserat, der am Mittwoch die Suche nach dem Jungen einleitete, sagte am Donnerstag, wegen des starken Windes und des Wellengangs sei das Baden verboten gewesen.

»Wir haben rote Flaggen gesetzt, es gab Lautsprecherdurchsagen«, sagte Powasserat. Viele Badegäste ignorierten dies aber, so auch am Mittwoch. Eltern gingen selbst mit kleinen Kindern ins Wasser. Wenn Rettungsschwimmer die Menschen ansprechen oder aus dem Wasser holen, bekämen sie Antworten wie »Ich entscheide selbst, wann ich baden gehe« oder sogar »Das sind meine Kinder«, sagte Powasserat.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!