Endet die Juncker-Ära?

Der König will das Zepter nicht abgeben

  • Von Anina Valle Thiele, Luxemburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach einem Bruch der schwarz-roten Koalition kommt es in Luxemburg im Herbst zu vorgezogenen Neuwahlen. Doch obwohl Jean-Claude Juncker im Kreuzfeuer der Kritik steht, gibt sich der Patriarch nicht geschlagen.

Die taktischen Manöver Jean-Claude Junckers sind so gekonnt und bewundert wie seine Rhetorik. Seine Auftritte sind, wenngleich autoritär, brillant und machen ihn fast unangreifbar. Dies hat Luxemburgs Premierminister am Mittwoch im Parlament wieder einmal bewiesen. Erstmals musste er sich wirklich für die Verfehlungen des staatlichen Geheimdienstes Srel (Service de renseignement de l›Etat luxembourgeois) verantworten. Obwohl viele auf seinen Rücktritt spekuliert hatten, drehte Juncker den Spieß einfach um.

Mittlerweile liegt der Abschlussbericht des Ende 2012 eingesetzten Untersuchungsausschusses vor, der die fragwürdigen Srel-Aktivitäten aufklären sollte. Politische Spionage und illegale Abhörmethoden lauten die Vorwürfe, dem Premier als oberstem Dienstherrn wird mangelnde Kontrolle des Geheimdienstes zur Last gelegt. Er habe dessen kriminelle Machenschaften verschwiegen und Informationen darüber weder an die Justiz no...


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