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Ehrgeizig

Phumzile Mlambo-Ngcuka wird Direktorin bei UN Women

Die Fußstapfen sind groß: Die Südafrikanerin Phumzile Mlambo-Ngcuka wird Nachfolgerin der ehemaligen Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet. Mit deren Arbeit an der Spitze der erst 2010 gegründeten UN Women war Generalsekretär Ban Ki Moon zwar ausdrücklich zufrieden, doch von ihrem Rücktritt vor wenigen Monaten vermochte er sie nicht abzuhalten: Der Ruf der Heimat war zu stark. Bachelet hat gute Aussichten, im November wieder zum Staatsoberhaupt gewählt zu werden.

Für den Spitzenposten der UN-Organisation, die sich - wie der Name nahelegt - zuvorderst für Gleichberechtigung und Förderung von Frauen einsetzt, bedarf es hochkarätigen Personals. Ganz so weit nach oben wie Bachelet in Chile hat es die 57-jährige Phumzile Mlambo-Ngcuka in Südafrika zwar nicht gebracht, doch sie ist dort alles andere als eine Unbekannte. Als erste Frau schaffte sie es in der Regenbogennation zur Vizepräsidentin, als die sie zwischen 2005 und 2008 amtierte. Zuvor hatte die studierte Pädagogin reichlich ministerielle Erfahrungen gesammelt: Von 1999 bis 2005 war sie Ministerin für Rohstoffe und Energie, 2004 bekleidete sie zusätzlich das Amt der Ministerin für Kultur, Wissenschaft und Technologie.

Einem weiteren Aufstieg in Südafrika stand ihre Entscheidung im Weg, dem fast allmächtigen Afrikanischen Nationalkongress (ANC) den Rücken zu kehren, nachdem Thabo Mbeki 2008 im parteiinternen Machtkampf mit Jacob Zuma unterlag und sein Präsidentenamt zur Verfügung stellte. Mlambo-Ngcuka tat es Mbeki mit mehreren Ministerkollegen gleich.

Dem politischen Leben sagte sie freilich nicht adé, sondern schloss sich im Februar 2009 dem Volkskongress COPE an, in dem sich Gefolgsleute Mbekis neu organisierten. Neben vielen anderen Aktivitäten machte sie sich zuletzt vor allem mit der von ihr gegründeten Umlambo-Stiftung einen Namen, die Projekte im Bereich Schul- und Lehrerentwicklung initiiert. Die Gründerin selbst wird dafür künftig nicht mehr viel Zeit haben. Der UN-Job fordert die ganze Frau.

Martin Ling

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