Küsse für Mursi, Schläge für Kritiker

Die politischen Lager in Ägypten stehen sich unversöhnlich gegenüber

  • Von Oliver Eberhardt, Kairo
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Am ersten Freitag des Fastenmonats Ramadan hatten Befürworter und Gegner des abgesetzten Präsidenten Mursi in Ägypten zu Großdemonstrationen aufgerufen; Zehntausende kamen. Vor allem in der Tamarud-Bewegung ist man besorgt, denn das Militär übernimmt zunehmend die Kontrolle; die Öffentlichkeit ist weitgehend ausgeschlossen.

Sie hatten sich viel versprochen. »Eine anständige Verfassung«, so ein junger Mann, Politikstudent, wie er sagt. »Mitspracherechte«, erklärt eine junge Frau, Anwältin von Beruf. »Streikrechte«, fordert ein Arbeiter.

Stattdessen haben die drei, die sich am Freitagnachmittag mit mehreren Zehntausend anderen Ägyptern erneut auf den Weg ins Stadtzentrum von Kairo gemacht haben, das bekommen: einen Mann als Präsidenten, den vor zehn Tagen wirklich nur Insider kannten; einen Regierungschef, von dem selbst Mitarbeiter des Präsidialamtes nicht genau sagen können, wie er ausgewählt worden ist. Und vor allem: Einen Generalstabschef, der über all dies als neuer starker Mann wacht, mit der Begründung, die Revolution müsse verteidigt, der Willen des Volkes vertreten werden. Vor zweieinhalb Jahren war es eben dieses Militär, das auf die Bevölkerung feuerte.

Das bereitet vielen von denen, die vor zehn Tagen für die Absetzung von Präsid...

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