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Stiller Boykott gegen Ökostromumlage

Immer mehr Firmen beantragen Rabatte, was zu Lasten anderer Verbraucher geht

Berlin (AFP/nd). Die Wirtschaft setzt weiter auf umfassende Ausnahmen bei der Ökostrom-Umlage: So viele Unternehmen wie noch nie beantragten für das kommende Jahr Nachlässe oder eine komplette Befreiung von der EEG-Umlage, wie aus der am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen hervorgeht. Auf die Verbraucher und kleine Firmen kommen damit weiter steigende Strompreise zu - denn sie müssen die Einnahmeausfälle ausgleichen.

Zum Stichtag 1. Juli stellten beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 2367 Unternehmen für 2014 einen Antrag auf Ausnahmen von der Zahlung der Umlage, wie das Bundesumweltministerium in der Antwort mitteilte. Sie wollen insgesamt 3458 Standorte von der Zahlung ganz oder teilweise befreien lassen. Das Umweltministerium betont, es handle sich um vorläufige Zahlen. Berücksichtigt worden seien allein elektronische Anträge; postalisch eingegangene Anträge seien noch nicht statistisch erfasst. Die Zahlen könnten also noch steigen.

Strom aus Wind- oder Solaranlagen wird staatlich gefördert: Die Betreiber solcher Anlagen bekommen 20 Jahre lang einen festen Abnahmepreis für den Strom garantiert. Damit soll sich die Investition in die neuen Technologien lohnen. Diese Förderung soll theoretisch von allen Stromkunden über die sogenannte EEG-Umlage bezahlt werden.

Bestimmte Unternehmen können sich allerdings von der Zahlung befreit lassen. Die Möglichkeiten dazu hat die schwarz-gelbe Koalition deutlich ausgeweitet, weshalb die Zahl der Befreiungen im vergangenen Jahr massiv in die Höhe sprang. Interview Seite 8

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