Mythenabbruch in kleinem Rahmen

Bochumer Tagung zum Reichskonkordat

  • Von Marcus Meier
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

80 Jahre nach Unterzeichnung des Reichskonkordats, einer Art Friedensvertrag zwischen »Drittem Reich« und Heiligem Stuhl, untersuchte eine Tagung in Bochum die Rolle der Kirchen im Nazistaat und auch deren Darstellung in deutschen Schulgeschichtsbüchern.

Für die zunächst international isolierten Nazis war das Reichskonkordat der bis dahin größte außenpolitische Erfolg. Auch die Kirche konsolidierte durch den »Pakt mit dem Teufel« ihre Macht, ließ sich Privilegien - und schwieg zu Kriegen, Holocaust und Euthanasie. In Bochum beschäftigte sich am Samstag eine Tagung mit dem unrühmlichen Jubiläum »80 Jahre Hitler-Vatikan-Pakt«, das am 20. Juli 1933 geschlossen wurde.

Nazis und Kirchenfürsten hatten ideologische Schnittmengen, beispielsweise die Feindschaft zu Sozialisten, Kommunisten, Liberalen, Juden und der in der Weimarer Republik durchaus sehr starken säkularen Bewegung, referierte Hartmann Schimpf, ein Dortmunder Lehrer, der ein intensives Quellenstudium betrieb.

Engagierte Amateure klären auf

Papst Pius XII., der Mussolini früh als »Mann der Vorsehung« pries, und die katholische Kirche hätten den italienischen und (nach anfänglicher Ächtung) auch den deutschen Fas...


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