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Gericht stoppt umstrittene Goldmine

Chilenische Richter geben Indigenen Recht

  • Von Jürgen Vogt, Buenos Aires
  • Lesedauer: 2 Min.
Das kanadische Unternehmen Barrick Gold wird in Südamerika zu einem Synonym für Umweltzerstörung. Ein chilenisches Gericht untersagt dem Konzern nun den Bau einer Goldmine. Barrick hat gegen Umweltauflagen verstoßen.

In Chile wurde der umstrittene Bau der Gold- und Silbermine Pascua Lama an der argentinischen Grenze gestoppt. Nach Meinung der Richter am Berufungsgericht in der zentralchilenischen Stadt Copiapó hat die kanadische Betreiberfirma Barrick Gold mehrfach gegen Umweltauflagen verstoßen. Die Richter gaben damit der Klage mehrerer betroffener indigener Gemeinschaften Recht. Der Konzern kann jetzt noch beim Obersten Gerichtshof Berufung einlegen.

Nach der Entscheidung der Richter von Copiapó muss Barrick Gold die Arbeiten so lange unterbrechen, bis die Umweltauflagen beim Wassersystem für das mit Schwermetall und Zyankali verunreinigte Abwasser erfüllt sind. Bereits Ende Mai hatte die chilenische Umweltbehörde den Bau der Mine mit derselben Begründung gestoppt und ein Bußgeld von umgerechnet 12,8 Millionen Euro gegen Barrick Gold verhängt.

Das Urteil der Berufungsrichter geht jedoch noch weiter. Die kanadische Firma muss jetzt die Erfüllung aller, auch nachträglich erforderlicher, Umweltauflagen nachweisen. Zudem darf der Bau der Mine vorhandene Gletscher nicht beeinträchtigen. Klägeranwalt Lorenzo Soto zeigte sich zufrieden. »Der Baustopp der Umweltbehörde wurde jetzt von einem Gericht auf Landesebene bestätigt«, so Soto. Indigene Kleinbauern im chilenischen Valle del Huasco wehren sich seit Jahren gegen das Projekt Pascua Lama. Der Betreiberfirma wird vorgeworfen, das Trinkwasser in der Region zu gefährden.

Die Mine Pascua Lama liegt in den Anden auf rund 4000 Meter Höhe und erstreckt sich über die argentinische Westprovinz San Juan und in die chilenische Atacama-Region. In den Anden befinden sich viele Gletscher und Quellflüsse, welche die Täler mit Wasser versorgen. Nach jüngsten Schätzungen will Barrick rund 6,5 Milliarden Euro in das Projekt investieren, das Ende 2014 in Betrieb gehen soll. Jährlich sollen dann mehr als 615 000 Unzen Gold, 30 Millionen Unzen Silber sowie 5000 Tonnen Kupfer gefördert werden.

Die kanadische Firma Barrick Gold ist die weltweit größte Betreiberfirma von Goldminen. Der Name Barrick Gold ist in den andinen Bergbauregionen Südamerikas jedoch zum Synonym für skrupellose Rücksichtslosigkeit im Umgang mit Natur und Menschen geworden. In den wasserarmen Regionen entlang der Anden holen vor allem nordamerikanische und chinesische Firmen im Tagebau Erze in gigantischen Minen aus dem Berggestein. Dazu werden ganze Gebirgsteile herausgesprengt, zermahlen und die Metalle herausgelöst. Beim Goldauswaschen kommt das giftige Zyankali zum Einsatz. In der Bevölkerung wächst inzwischen das kritische Bewusstsein gegenüber der Förderung von Gold, Silber und Kupfer.

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