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Bad Hersfeld: Wieder Hunderte Amazon-Mitarbeiter im Streik

Arbeitskampf für angemessenen Tarifvertrag geht weiter / Gewerkschaft ver.di: Werden langen Atem beweisen

Bad Hersfeld (Agenturen/nd). Im Streit um einen angemessenen Tariflohn beim Internet-Versandhändler Amazon macht die Gewerkschaft ver.di weiter Druck. Die Beschäftigten am bundesweit größten Standort im hessischen Bad Hersfeld haben am Montag erneut die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Mitarbeiter der Frühschicht seien in den Ausstand getreten, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi.

»Wir gehen davon aus, dass sich etwa 300 bis 400 Mitarbeiter an dem Streik beteiligen werden«, sagte die Sprecherin weiter. Der Ausstand werde erneut den ganzen Tag dauern. Auch die Spätschicht werde nicht arbeiten, hieß es. In Bad Hersfeld sind mehr als 3300 Männer und Frauen für das US-Unternehmen tätig.

Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen will sich dagegen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren. Amazon ist der weltgrößte Online-Versandhändler. Er hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9.000 Mitarbeiter.

»Zwar gibt es nach wie vor keine Bereitschaft mit ver.di zu verhandeln, aber Amazon bewegt sich«, erklärte die in Hessen für Amazon zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. So sei in einer Mitarbeiterversammlungen angekündigt worden, dass der Konzern ein Weihnachtsgeld zahlen will. »Allerdings ist dies weder in Höhe des tariflichen Weihnachtsgeldes noch begründet sich daraus ein Rechtsanspruch«, so Middeke.

Bernhard Schiederig, der Verhandlungsführer von ver.di in Hessen, stellt sich derweils auf einen längeren Arbeitskampf ein: »Wir werden unterschiedliche Streik- und Arbeitskampfformen entwickeln, einen langen Atem haben und für den Arbeitgeber unberechenbar bleiben. Amazon als größter Online-Versandhändler kann sich auf Dauer nicht einer branchenüblichen Bezahlung entziehen.«

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